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 Dieter's Tagebuch 2014
Dieter Offline



Beiträge: 181

30.07.2014 23:34
Von Landeck nach Feldkirch antworten

Ich glaube
an den Sinn der Erde
und des Lebens,
den du, Herr,
ihnen gabst.

Hermann Mertens

für die Statistik :101km, Fahrtzeit 6h 30, 1310Hm

Wir brechen um 8h15 auf. Es scheint als ob der Wettergott uns auch diesmal wieder gewogen ist.Kein Regen, kühle, aber nicht kalte Temperaturen. Der Arlberg umfängt uns anfänglich mit eher sanften Steigungen. Immer wieder besteht die Chance, sich wieder zu "erfangen". Allmählich gewöhnt er uns an seine Höhen.
Ich fahre als Schlussmann und genieße ein langsam rhythmisches Tempo.
Daniel hat Kettenprobleme und muss aufgeben. St.Anton, zur Hälfte der Höhenmeter, bietet eine wärmende Bahnhofstube.
Dann zeigt uns der Arlberg seine andere Seite. Steile Anstiege, kaum Möglichkeiten sich auszurasten. Manchmal stört hektischer Kfzverkehr die Beschaulichkeit, die vom Grün der Wiesen, dem sanften Rauschen der Gerinne, dem mächtigen Nadelholz, den Wattebällchen Nebel, dem Duft klarer Bergluft ausgeht. Unglaublich, welche Ungeduld manche Autofahrer an den Tag legen. Kein Gedanke an den Weg, kein Genießen des Unterwegssein, nur mehr auf irgendwelche, wer weiß, ob lohnende, Ziele orientiert. Unser Leben ist doch unterwegs sein. Wie sollen wir Leben leben, wenn wir dem Unterwegs, dem Augenblick keine oder nur wenig Aufmerksamkeit schenken.
Die Nebel werden dichter, Feuchtigkeit nimmt zu. Gerade rechtzeitig sind wir oben am Pass. Dort nehmen wir
unser Mittagessen ein.
Auf die Abfahrt habe ich mich sehr gefreut. Leider wird nichts aus dem unbeschwerten Genuß. Äußerste Vorsicht ist angesagt. Es regnet nun in Strömen, dichte Nebelschwaden behindern zusätzlich die Sicht.
Gebremst rollen wir bis Langen. Dort kurzes Aufwärmen im Bahnhof. Walter, unser Vorarlberger, begrüßt uns in "seinem" Ländle. Allmählich bessern sich die Verhältnisse.Ab Bludenz genießen wir dann unbeschwert die Fahrt entlang der Ill.
In Feldkirch empfängt uns die Vizebürgermeisterin. Wir bilden mit ihr gemeinsam einen Schweigekreis, bei dem wir uns der vielen, immer mehr zunehmenden, Gewaltherde dieser Welt erinnern.
In der Jugendherberge setzen wir uns zu einer sowohl organisatorisch notwendigen, als auch einer beschaulichen Rückbesinnungsrunde zusammen.Ein äußerst harmonischer Abend mit viel Herzlichkeit.
Vor dem Schlafen fällt mir der Spruch Mertens in die Hände, hinter dem ich mit meinem ganzen Herzen stehe.
Bei diesen Gedanken fühle ich tiefe Geborgenheit und bin sicher alsbald im Land der Träume.
dieter

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