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 Dieter's Tagebuch 2014
Dieter Offline



Beiträge: 181

24.07.2014 23:59
Von Linz nach Altheim antworten

Worauf es heute ankommt,
ist nicht der Unterschied
zwischen Gläubigen
und Ungläubigen,
sondern zwischen
den Menschen mit Herz
und denen ohne Herz.

Abbe Piere

Für die Statistik: 105km, Hm: 500, Fahrzeit: 7h

Bei Sonnenschein, der uns den ganzen Tag begleitet, ist Hartheim unsere erste Zwischenstation.
Nach Erwin Ringel ist eine Gesellschaft daran zu messen, wie sie mit ihren Schwächsten umgeht.
Die Ausstellung in Hartheim legt auf erschütternde Weise klar, wie treffend Ringels Worte sind.
Hier wurde Euthanasie im ganz großen Stil betrieben.Geistig oder körperlich Behinderte wurden systematisch in den Tod getrieben, als unwertes Leben bezeichnet.
Auch der Umgang in der postnationalsozialistischen Aera mit Behinderten ist zumindest was die damals involvierten Ärzte anbelangt sehr fragwürdig.
Der zunehmenden Hitze weichen wir mit einem frühen Mittagessen in einem schattigen Gastgarten aus. Bei der folgenden Fahrt beginnt mein Hinterrad zu stoßen und sehr unrund zu laufen. Ich will aber bis Altheim durchhalten, um die anderen nicht aufzuhalten.
Ortskundige übernehmen die Navifunktion,leider mit dem Ergebnis einiger Umwege. So schön die Hügellandschaft ist, sind die erheblichen, häufigen Anstiege sehr zeit- und kraftraubend.
Schließlich landen wir in Ried. Plötzlich ein lauter Knall. Mein Hinterrad "explodiert" förmlich. Mantel und Schlauch sind stark beschädigt. An ein Weiterfahren ist nicht zu denken. Die letzten 12 km lege ich daher im Bus zurück, doch nicht allein, auch Hans erleidet eine Reifenpanne und steigt ein. Rolf muss noch mehrmals ausrücken. Einmal rettet er französische Studenten, die ihren Uniabschluss mit einer Fahrt von Paris nach Istanbul feiern und bringt sie zu einem hervorragenden jungen Radmechaniker, der auch mein Rad in Windeseile, lang nach Geschäftsschluss, repariert.
Mit einem guten Abendessen in fröhlicher Runde endet der Tag. Mit ein wenig Stolz erfüllt meine Vaterbrust, dass auch Benny ohne nennenswerte Vorbereitung diese schwierigere Etappe tadellos bewältigt hat.
Die Worte Abbè Pierres zeigen in die einzig mögliche Richtung, in der Frieden gedeihen kann, die so sehr mein eigenes Denken bestätigen.
dieter

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