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 Dieter's Tagebuch 2014
Dieter Offline



Beiträge: 181

22.07.2014 01:10
Von Kleinmariazell nach St.Pölten antworten

Es gibt immer
ein Stückchen Welt,
das man bessern kann -
sich selbst.

Gabriel Marcel

54km,Fahrzeit 3,5h


Ein kurzer morgendlicher Besuch in der Wallfahrtsbasilika. Eine Gedenktafel gilt einem Mönch, der Opfer der Religionskriege zur Reformationszeit geworden ist. Bis heute sind Religionen, besser der Missbrauch von Religionen,
oft Quelle für Kriege und Gewaltbereitschaft.
Ein kurzes gemeinsames Morgenlob vor dem Wegfahren bringt uns in die Gegenwart zurück. Heute stehen zwei ordentliche Anstiege am Programm, die alle mit Bravour bewältigen. Wir durchfahren eine wunderschöne Berglandschaft mit saftigen, meist gelb getupften Blumenwiesen. Zwei einsame Schwalben auf den Stromleitungen üben noch vergebens die Bildung einer Partitur. In ein paar Wochen werden die fünfzeiligen Drähte voll besetzt sein mit den notenbildenden Vögeln - Schwalbenkomposition sozusagen. Den Anstiegen folgen genussreiche Abfahrten. Der zunächst blaue Himmel beginnt sich grau einzufärben.Ein flexibler Wirt schafft es ohne unsere Vorankündigung ein variantenreiches Mittagessen herzustellen. Wir verlassen die Berglandschaft und haben im angrenzenden Hügelland noch den einen oder anderen Hügel zu überwinden.Wir erreichen St.Pölten.
Eine moderne, anfangs der 2000er Jahre in Ellipsenform errichtete Kirche hinterlässt bei etlichen von uns einen erhebend tröstlichen Eindruck. Das Kreuz nicht als Symbol des Leidens, sondern durch seine transparente Darstellung, als Symbol der Hoffnung, der Auferstehung berührt mich tief. Ein köstlicher Eiskaffee sorgt nach dem seelischen Hoch für ein körperliches Highlight.
Im Hammerpark werden wir an die in den letzten Kriegstagen erschossenen Widerstandskämpfer erinnert. Auch zwei Frauen befanden sich darunter.
Dann geht es zum Empfang beim Bürgermeister,der seine Funktion auch als Lord Mayor for Peace ernst nimmt.Wir werden sehr herzlich empfangen und von dem "gelernten" Historiker in die wechselhafte Geschichte St.Pöltens eingeführt. Mir wird die Aufgabe, wohl als Senior der Gruppe, zuteil, mich im Namen der Radler für die Einladung zu bedanken. Im Gegensatz zu den von uns am Vortag eingeladenen Wiener Institutionen wird hier die Arbeit für den Frieden und für Gewaltfreiheit sehr geschätzt. Ein Bösendorfer in dem schönen Barocksaal ist schließlich Anlass, das mein Sohn Benny mit viel Applaus bedacht, einiges zum Besten gibt. Nach ein paar Gläschen ausgezeichneten Weißweins verlässt ein für sein Schicksal zutiefst dankbarer Vater beschwingt diese Stätte gemeinsamen Verstehens und Verstandenwerdens.
Am Abend absolvieren wir einen Besuch im Steppenwolf, dem St.Pöltner Jugendzentrum. Zwei seht kompetente Damen lassen uns an ihrer, sehr plastisch geschilderten Jugendarbeit teilhaben.
Nach einem späten Abendessen in der Innenstadt,sinniere ich vor dem Schlafengehen über die Möglichkeiten, Frieden zu schaffen und stoße auf den so einfachen und doch überaus wirksamen Vorschlag Gabriel Marcels. Würden wir alle diesen wahrhaft ernst nehmen, wäre der Frieden der Welt gesichert.
denkt euer
dieter

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