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 Dieter's Tagebuch 2013
Dieter Offline



Beiträge: 181

12.09.2013 11:37
Abschluss in Turin antworten

Jeder Augenblick,
den du gut nutzt,
ist ein Schatz ,
den du gewinnst.

Don Bosco


Ein kurzer Weg führt uns von der Casa Margherita, wo wir übernachteten, zum Herzstück des salesianischen Turin. Hierher nach Valdocco brachte Don Bosco 1846 sein Oratorium; hier gründete er den Salesianerorden. Der Ort ist voller Erinnerungen und Botschaften. Es sind Botschaften von Armut, vom Vertrauen auf Gott, vom Meistern aller möglichen Schwierigkeiten und vor allem von der Liebe zu den Jugendlichen.
Nach dem Frühstück großes Fotoshooting im Innenhof des Areals. Der österreichische Provinzial der Kongregation Pater Osanger begrüßt und begleitet uns bei der Führung durch Johannes Haas, der uns auf eindrucksvolle Weise den Werdegang und das Leben Don Boscos
nahebringt. „ Oh, sie war weder schön noch in einem guten Zustand, diese Baracke.“Eine Baracke, die ihm Franz Pinardi überließ. Nach 18 Monaten des Herumwanderns mit „seinen“ Jugendlichen, deren Zahl explosionsartig angewachsen war, hatte er mit dieser Baracke seinen ersten festen Platz gefunden. Nach und nach wurde daraus das Gebäude seines großen Traumes. Heute ist dort die Pinardikapelle. Bald war auch dieser erste Ort für die vielen Jugendlichen zu klein geworden. Eine neue, größere Kirche, die Franz von Sales, dem großen Vorbild Don Boscos, geweiht wurde, entstand. Dann die Zimmer Don Boscos, in denen er arbeitete, die erste Regel des Salesianerordens verfasste, von denen der Beginn der Missionstätigkeit ausging und wo er schließlich starb. Heute gibt es weltweit ca. 14000 Salesianer.
Nach dem Saal der Erinnerungen bildete ein Besuch in der Mariahilfbasilika den beeindruckenden Abschluss der Führung. Ihre Entstehung ist ein Spiegelbild für das unbedingte Gottvertrauen, das Don Bosco hatte. Mit acht Soldi in der Tasche gab er den Auftrag. Nach sechs Jahren Bauzeit war alles mit Spenden finanziert! Für mich als Absolvent eines Wirtschaftsstudiums, der an eher vorsichtiges Budgetieren gewöhnt ist, eine unglaubliche Leistung.
Der Nachmittag in der Don Bosco Kirche am Colle Don Bosco, dem Hügel außerhalb Turins, wurde dann für mich zum absoluten Höhepunkt: Die erste Ordensprofess, das heißt, das zeitlich begrenzte Versprechen nach den salesianischen Regeln zu leben, für 19 junge Männer aus Italien, der Ukraine und einem auch aus Österreich, die im Rahmen einer Messe abgegeben wird. Der „Tempio“, wie die Kirche auch genannt wird, ein moderner Bau mit viel Holz im Inneren wird vor allem von der riesigen Plastik des Auferstandenen beherrscht. Typisch für den Geist Don Boscos: nicht der Gekreuzigte, sondern der Auferstandene steht
im Vordergrund, wie er ja auch in seinem berühmten Spruch: „Das Beste, was wir auf dieser Welt tun können, ist Gutes tun, fröhlich sein und die Spatzen pfeifen lassen“, das bejahende
Prinzip betont. Das Helle, der Auferstandene, die Fröhlichkeit sind die Leuchttürme unseres
Lebens, nach denen wir uns orientieren sollen!!
Am Abend dann unsere schon seit Längerem geplante Reflektionsrunde. Nicht alle melden sich zu Wort. Gedanken über Frieden, Gemeinschaft, Pilgern und unsere Radfahrt werden nachgespürt. Ideen über eine Fortsetzung unserer Friedensradfahrt bereits 2014 ( 100 Jahre 1. Weltkrieg) kommen auf. Ein Nachtreffen in Schlierbach bei Josef am 26.10. 2013 wird vereinbart. Zum Schluss überrascht mich die Gruppe mit einem Danke in Form von köstlichen piemontesischen Weinen.
Zum Schluss stelle ich mir die Frage, habe ich, haben wir den Augenblick, die Augenblicke
mit und auf unserer Reise gut genutzt? Damit sie zu einem Schatz für uns, vielleicht auch
für Andere, denen wir begegnet sind, werden können? Die Zukunft wird zeigen, ob die Friedensradfahrtbewegung, die europaweite Dimensionen anzunehmen bereit zu sein scheint,
aus einem Pflänzchen zu einem ordentlichen Baum wachsen kann.

Das hofft euer
dieter

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