Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 2 Antworten
und wurde 634 mal aufgerufen
 Dieter's Tagebuch 2013
Dieter Offline



Beiträge: 181

29.08.2013 23:11
Von Klagenfurt nach Hermagor antworten

Für die Statistik: 96km, 270 Hm, Reine Fahrzeit:6h 22min.

Wer gesammelt in die Tiefe geht,
der sieht auch die kleinen Dinge
in großen Zusammenhängen.

Edith Stein


Erstmals Sonnenschein am Morgen. Wir frühstücken am Bahnhof und starten pünktlich. Das Navi führt uns relativ sicher aus der Stadt heraus. Eine traumhaft schöne Etappe beginnt.
Wir umrunden den Wörthersee im Norden. Unser Blick auf den See wird nur selten unterbrochen. Kaum Steigungen und Rückenwind lassen es zu, dass wir der Umgebung
ringsum volle Aufmerksamkeit zuwenden können. Ein paar italienische Geschäftsleute besichtigen ihr Baugrundstück, ein Obdachloser auf einer Bank ;und das keine 10m voneinander entfernt.Reich und arm auf engstem Raum.Darüber ein Himmel mit weiß ziehenden Wolken, der dies alles zulässt. Ein paar Kleinkinder mit Rädern, von der Mutter
bei ihren ersten Übungen, sorgsam überwacht. Entgegenkommende Radlergruppen, die sich
vermutlich zu Seeumrundungen entschlosssen haben. Dahindonnernde Züge mitunter in unserem Nahbereich. Dann ein Blick auf die neue Aussichtswarte. Am Faakersee eine kurze
Mittagspause. Dort begegnen wir einer anderen Art von Lebensphilosophie als sie unsere mit Beinkraft fortbetriebenen Fahrräder darstellt: Harley Davidsons beginnen sich bereits für das Wochenende zu sammeln, ja selbst auf unserem Fahrradweg treffen wir sie einmal
Das Gailtal empfängt uns wie eine schöne Braut. Türkisfarbenes Wasser mit Tausenden von
kleinen Spiegeln, in denen die uns treu gebliebenen Sonne ihr Diadem ausbreitet. Nadelbäume, die links und rechts des Weges über uns einem Dom gleich zusammen zu wachsen scheinen. Dann der Blick frei auf den Dobratsch, dessen zerrissenes Kalkgebilde
in der Nachmittagssonne seine Mächtigkeit mehr anziehend als bedrohlich erscheinen lässt.
Eine weite riesige Almwiese mit friedlich wiederkäuenden Kühen und Pferden mit festen Fesseln, die so gar nichts von der Statur schlanker Rennpferde an sich haben, wohl auch nicht deren nervöses Gehabe. Das Ganze umrandet vom nicht allzu weit entfernten Berg, mächtigen Tannen und dem Fluss. Unsere Vorfahren hätten an so einem Platz wohl ihre Heiligtümer gebaut. Der Duft geschlagenen Holzes hin und wieder ist wie Weihrauch der Natur.
An einem wunderschönem Platz finden wir zur Jause eine gemütliche Gaststätte.
Gegen Hermagor hin öffnet sich das Tal. Maisfelder, Weiden am Fluss und in der Ferne sich
im Blauschatten verbergende Berge, die beim Näherkommen ihre Grünflächen preisgeben.
Früher als erwartet sind wir an unserem Ziel. Ein sorgfältig und liebevoll zubereitetes Nachtmahl ist ein würdiger Abschluss dieses heute genossenen Naturfestes.
Beim Einschlafen sinniere ich über Edih Steins Aussage, die so sehr meinem heutigen Erleben in und mit der Natur entspricht.
dieter

ingrid haag Offline



Beiträge: 1

30.08.2013 06:46
#2 RE: Von Klagenfurt nach Hermagor antworten

Lieber Dieter !
Ich freue mich jeden Tag über deine traumhaft geschriebenen Berichte ! DANKE

Maria Angela Hofmann ( Gast )
Beiträge:

31.08.2013 07:39
#3 RE: Von Klagenfurt nach Hermagor antworten

Lieber Dieter!
Danke für deine Berichte. Du erzählst so anschaulich: Als würde ich in einem Bilderbuch blättern. So bin ich auch dabei. Ich schicke euch herzliche Grüße Maria

 Sprung  
Xobor Erstelle ein eigenes Forum mit Xobor