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 Dieter's Tagebuch 2013
Dieter Offline



Beiträge: 181

28.08.2013 05:55
Von Graz nach Wolfsberg antworten

Für die Statistik:je nach Teilgruppe ca.80- 90 km, 1050- 1150 Hm, reine Fahrzeit: ??

Es gibt Wichtigeres
im Leben
als beständig
dessen Geschwindigkeit
zu erhöhen

Mahatma Gandhi

Wir verabschieden uns von unserem perfekten Gastgeber Pater Rodosek mit der Überreichung eines Logoleibchens und singen gemeinsam „Lobet den Herrn“. Dann begann unser Tag der Missverständnisse.Wir sollten Pfarrer Bucher im Vinzidorf treffen. Dort war für uns alles vorbereitet. Ich hatte jedoch bei der Planumg die Adresse seiner Pfarre eingegeben. Der Pfarrer rettete die Situation, indem er mit dem Auto nach kurzer Zeit zu uns stieß. Wir hatten inzwischen die Kirche besichtigt. Dabei fiel uns besonders eine moderne Plastik auf: ein gesichtsloser Bettler,der mit einer Hand um Hilfe bittet. Armut und Elend habe ich noch selten so ergreifend dargestellt zu sehen bekommen.
In einem modern hellen Saal fanden wir uns im Kreis zusammen. Pfarrer Buchers Schilderung, besonders über die Gleichgültigkeit unserer Wohlstandsgesellschaft den Armen
gegenüber, haben mir gezeigt, dass es mit Spenden allein nicht getan ist, sondern eines ständigen Bemühens bedarf, Armut und Elend aufzuspüren und auf die Bedürfnisse von in Not geratenen Menschen auf individuelle Weise einzugehen. Immerhin hat der Pfarrer es geschafft, dass es in Graz für jeden Obdachlosen ein Quartier und auch die entsprechende Betreuung gibt: eine österreichweit einzigartige Situation.
Wir starten unsere Etappe bei zwar trübem, aber noch regenlosem Wetter. Ein extrem steiler Anstieg fordert uns alles ab, doch der Lohn war eine zauberhafte, einsame Landschaft die wir Dank Navi irrtumsfrei genießen konnten. Unsere Orientierungslosigkeit sollte erst später
einsetzen. Kühe, Pferde und Schafe komplettieren das mit einer reichen Flora gesegnete
Landschaftsbild. Dann wieder reichlich Wälder.Sogar die Sonne wagt sich nun manchmal hervor. Zufrieden steuern wir auf Mittag zu. Auf der Suche nach einem geeigneten Gasthaus
verlieren wir uns aus den Augen. Die Handy beginnen zu glühen, doch zunächst ohne greifbaren Erfolg.Wertvolle Zeit geht verloren. Schließlich finden wir uns bei einem, leider
geschlossenen Gasthaus wieder. Wir sollten auf der ganzen Strecke mitten in der Hauptsaison
nicht einmal auf der da nach vor uns liegenden Pack ein empfangsbereites Gasthaus finden.
Ernstl an Rettungseinsätze gewöhnt, rettet uns mit den eingekauften Lebensmitteln. Missmut und Nervosität macht sich breit. Immerhin haben wir den Anstieg auf die Pack noch vor uns.
Missverständliche Kommunikation führt dazu, dass ein Teil der Gruppe, auf die wir eine Zeit lang vergeblich gewartet hatten, einen vom Navi abweichenden Weg einschlägt. Das längere Warten ließ andere wieder hektische Initiativen ergreifen, die zu einer weiteren Teilung der Gruppe führten. Schließlich fuhren wir in drei Gruppen jede auf eigenem Weg auf die Pack. Eile verdirbt alles, fiel mir da ein Spruch DonBoscos ein. Erst die Hektik und damit verbunden die oberflächliche Beurteilung der Situation hatte uns in diese wenig erfreuliche Situation gebracht. Immerhin gelang es die drei Gruppenteile oben am Pass wieder zusammen zu führen. Eine Pensioninhaberin erbarmte sich unser und labte uns mit warmen Getränken, die angesichts aufgekommenem Schlechtwetters dringend notwendig waren. Doch auch hier kein einziges Gasthaus offen. Mitten in Anatolien war es leichter, ein Gasthaus zu finden als hier.Kein Ruhmesblatt für die österreichische Gastronomie. Durchfroren und durchnässt machten wir uns auf die Abfahrt nach Wolfsberg, wo wir gerade noch rechtzeitig vor Einbruch der Dunkelheit ankamen. Ein Gespräch über unser aller Verhalten wird wohl morgen notwendig sein. Man sieht auch eine friedensradelnde Gruppe ist alles andere als perfekt. Mit etwas weniger Hektik und mehr Gelassenheit wäre uns einiges erspart geblieben.
dieter

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