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 Dieter's Tagebuch 2013
Dieter Offline



Beiträge: 181

27.08.2013 02:22
Von Pinkafeld nach Graz antworten

Für die Statistik: 110 km, 960 Hm, reine Fahrzeit 5h 50min

Besiegt ist nur
Wer den Mut verliert

Franz von Sales

Nach einem Frühstück- alles aus eigener Produktion- ein gemeinsames Morgenlob und ein herzlicher Abschied von wunderbaren Menschen. In Oberwart gewinnen wir durch Monika,
deren besondere Aufgabe die Entschärfung der Benachteilungen der Roma und Sinti im Burgenland ist, Einblick in die große Tragik, die diese Volksgruppen getroffen haben und nach wie vor auch in Österreich trotz offizieller Förderung immer noch treffen. Die meisten Roma wagen es nicht, sich öffentlich zu ihrer Volksgruppe zu bekennen, selbst Ehen unter ihresgleichen sind stark zurückgegangen; meist suchen sie einen Partner aus der Mehrheitsbevölkerung. Es droht langfristig ein Assimilierungsprozess, das Aussterben einer Ethnie in Österreich.
Dies ist den historisch über Jahrhunderte gewachsenen Vorurteilen zu verdanken, die ein Großteil der Mehrheitsbevölkerung auch in die Gegenwart mit übernommen hat und damit einen starkem Druck auf die Minderheit ausübt. Einem Volk mangelnde Bildung zuzuschreiben, über das man schon lange vor seiner Verfolgung durch die Nationalsozialisten ein absolutes Schulverbot verhängt hatte, ist ein mehr als blanker Hohn und unerträglicher Zynismus.
Statt die besonderen Talente, zum Beispiel musikalischer Natur, zu fördern, hat man Romakinder noch vor nicht allzulanger Zeit automatisch in die Sonderschule gesteckt.
Eine große kulturelle Bereicherung droht verloren zu gehen!
Am Grab der Romaopfer nach einem hinterhältigen Attentat beten wir das VaterUnser mit
Einigen von ihnen in ihrer wunderschönen, vokalreichen, melodischen Sprache. Bei Kuchen und Kaffee zum Abschied lernen wir , dass sie auch über ausgezeichnete Kochkünste verfügen.
Wir befahren nun wunderbare Eichen-, Buchen-und Tannenwälder entlang unseres einsam stillen Radweges. Ein erster Tag mit ein wenig blauem Himmel und Sonnenschein. Erst am abend sollten sich ein paar Regentropfen dazu gesellen. Die Apfelbäume haben sich schon eines Teils ihrer Last entledigt, die Kastanien bereiten sich auf ihren „Geburtssprung“ vor.
Eine Buschenschenke in Bad Waltersdorf mit wunderbarem Ausblick ist unsere Mittagsstation.
Nun kommen ordentlich steile und lange Anstiege auf uns zu, die die Truppe tapfer meistert.
In Graz ein herzlicher Empfang in der Don Bosco Pfarre durch Pater Rodosek. Alles ist bestens organisiert, sogar den Tisch in einer nahegelegenen Pizzeria bestellt er für uns. Wir werden dort fantastisch bewirtet und gehen in einer großzügigen Halle des Don Bosco Jugendzentrums zu unserem wohlverdienten Schlaf. Beim Einschlafen resümiere ich über
den Gedanken Franz von Sales, des großen Vorbilds Don Boscos: Den Mut nicht zu verlieren
gilt für die Roma und Sinti, aber auch für jeden von uns. Der Minderheit sollte aber die Mehrheit den Druck ihrer Vorurteile nehmen, damit Erstere sich nicht besiegt fühlen muss. Auch wir im Alltag, aber auch auf unserer Reise sollen auch bei Herausforderungen, die das Leben uns nun einmal stellt, uns im salesianischen Sinn niemals besiegen lassen.
Das wünsche ich uns allen
dieter

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