Für die Statistik: 76,0 Km,462 Höhenmeter, reine Fahrzeit: 3 h 30 Minuten , Durchschnittsgeschwindigkeit: 19,4 km/h
Auch heute wieder mediterran warmes Wetter. Nach dem Frühstück wollen wir den Kindergarten besuchen, der von der österreichischen Diakonie mit der Idee gegründet wurde, Kinder aus allen Volksgruppen gemeinsam zu betreuen. Nach einigem Suchen finden wir ihn am Rande des Stadt. Wir werden freundlich empfangen und durch das Haus geführt. Vor allem bosnische und kroatische Kinder bilden die beiden je 20köpfigen Gruppen. Neben den 2 Betreuungspersonen je Gruppe gibt es noch zusätzlich für Sonderbetreuung speziell ausgebildete Kräfte und eine Leiterin. Hilfe wird auch über spezielle Computerprogramme angeboten. Eine Betreuungsqualität von der so mancher österreichische Kindergarten nur träumen kann. Auf einer Warteliste stehen weitere 40 Kinder. Wahrscheinlich könnte man mit 20 bis 30 Kindergärten der gleichen Art die Bevölkerungsprobleme mittelfristig in dieser "geteilten" Stadt lösen. Die bosnischen und kroatischen Kinder gehen jedenfalls völlig unbefangen miteinander um. Beeindruckend wie die Kindergärtnerin auch "zwischen den Zeilen" die Bedürfnisse ihrer Schützlinge verstehen. Erinnerungen an meine politische Tätigkeit als Kindergarten-. Schule-und Jugendstadtrat werden wach. Mir wird wieder einmal bewusst, wie zentral das Thema Kinderbetreuung für uns ist und wie sehr es oft von der Politik vernachlässigt wird. Ein paar Fotos, Kaffee, Gebäck, herzliche Verabschiedung. Wir verlassen die Stadt Richtung Norden auf jener Straße entlang der Neretva auf der wir hierher gekommen sind. Nun ist in der Spitzengruppe ohne wirklich erfindlichen Grund Tempo- bolzerei angesagt. Eine Zeitlang mache ich mit, dann ist mir die Landschaft durch die wir fahren, doch viel zu interessant, um nur ständig auf das Hinterrad des Vordermannes konzentriert zu sein. Ich schalte( auch geistig) von Tempo auf Andacht um und genieße die letzten Kilometer bis zu unserem Mittagessen auf besondere Weise. Im klimatisierten Restaurant weichen wir mit Lamm, Salat und kühlen Getränken der Mittagshitze aus. Bei Jablanica wenden wir uns ostwärts, die letzten Kilometer des heutigen Tages führen durch zahlreiche Tunnels,einen Stausee entlang, die Neretva bleibt uns treu. An ihrem Ufer mit Blick auf eine wunderschöne 5bögige Brücke ( die durchaus an die von Andric geschilderte Brücke über die Drina erinnert) laben wir uns in einem stilvollen Lokal. Beim Überdenken des heutigen Tages fällt mir das "blinde" Verständnis ein mit dem die Kindergärtnerin besonders auch die Bedürfnisse der Stillen unter den Kindern mit ihrer Zuwendung zu stillen wussten.