Am gestrigen Tag nach "Redaktionsschluß" zu einem für uns organisierten Grillabend besuchte uns zu später Stunde Bischof Franjo Komarica. Unter anderem Ist auch die katholische Schule sein Wirkungsbereich. Er ist zweifellos eine faszinierende Persönlichkeit. Ihm ist auch zu verdanken, dass die Schule für alle Bevölkerungsgruppen offensteht. Die Schilderungen seiner Gespräche mit den verschiedensten politischen in- und ausländischen Entscheidungsträgern, die das bosnisch-herzegowinische Schicksal mitzubestimmen bzw. zu beeinflussen hatten bzw haben, füllten den spannenden Abend aus. Es war ernüchternd, welche Art von Interessen sich hier auf sehr menschenverachtende Weise trafen. Dass der Bischof all die Kriegswirrnisse überlebt hat, grenzt an ein Wunder.Er ist zudem ein ausgezeichneter Sänger und spricht perfektes Deutsch. Wir sangen gemeinsam etliche Lieder und ich übergab ihm zum Abschied mein Buch über unsere Friedensfahrt 2009 nach Jerusalem. Heute trafen wir ihn wieder. Er gab uns in der Kathedrale seinen Segen, Dann radelte er ein Stück mit uns mit. Für ein gemeinsames Fernsehinterview wählte er den Platz vor dem alten Bahnhof. Dort war auch die Geburtsstätte des selig gesprochenen Ivan Merz, auf den er uns schon in der Kathedrale hinwies. Dann folgte ein herzlicher Abschied. natürlich mit ein paar Liedern. Wir verlassen diese elegante Stadt mit ihren Cafes, einer schönen Fußgängerzone, ihren Sehenswürdigkeiten und tauchen ein in das Vrbastal, der wohl bisher schönste Abschnitt unserer Tour. Diese Strecke hat sich jedenfalls den grünen Streifen auf der Landkarte verdient. Wir fahren flussaufwärts manchmal durch weitere, dann durch engere, dann durch engste Talabschnitte. Etliche Tunnels bahnen der Straße den Weg. Dann mehrere Stauseen, an denen die Straße nach oben führt, wodurch man einen herrlichen Blick auf die Seen und die unvermittelt erweitert sichtbar gewordene Landschaft hat. Die Burg von Jajce und ein Wasserfall zieht unsere Blicke auf sich. Wir fahren weiter zu unseren Quartier, einem traumhaft gelegenen Hotel an einem einsamen See. Nach dem Duschen bestellen wir Taxis und fahren zum Treffen mit Samir Agic. Mit ihm machen wir einen Stadtrundgang. Wir besteigen die Festung, passieren die Marienkirche(in der bosnische König 1460 bestätigt wurde). Auch Tito versuchte hier den Beginn der jugoslawischen Idendität. Beim zu Bett gehen fallen mir Stifters Worte ein : Dieses Vrbastal ist jedenfalls Ausdruck SEINER Idendität. .