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 Thema: Bosnien-Herzegowina
buwal

17.03.2011 13:51
PRESSE: Serbischer Müll ein Geschäft für Österreich ? antworten

13.03.2011 | 18:21 | (Die Presse)
Balkan-Symposium: Investitionen in Umweltwirtschaft und Tourismus sollen erhöht werden, österreichisches Know-how in den Bereichen Abfallbeseitigung, Kläranlagen und Recycling soll mehr zum Einsatz kommen.

Wien/Duö. Österreich und der Balkan sollen näher zusammenrücken, zumindest, was die Wirtschaft betrifft. „Der Balkan ist ein wichtiger und interessanter Partner für die EU“, sagte Staatssekretär Andreas Schieder (SPÖ) im Rahmen des Symposiums „Balkan, quo vadis?“, das vergangene Woche von der Agentur Noa veranstaltet wurde. Abgesehen davon, dass Österreich in Bosnien, Serbien und Kroatien der größte (ausländische) Investor ist, sollen künftig Volumen und Spektrum der Investitionen erhöht werden.

Als Beispiel nannte Schieder zum einen die Tourismusbranche: Urlaube in Istrien und in den dalmatischen Regionen würden sich auf die Monate Juli und August konzentrieren; nun gehe es darum, die Urlaubsmonate auszudehnen und das Programm dementsprechend zu gestalten, etwa mit Wellnessurlauben.
Zum anderen nannte Schieder die Umweltwirtschaft. Österreichisches Know-how in den Bereichen Abfallbeseitigung, Kläranlagen und Recycling soll mehr zum Einsatz kommen, besonders mit Hinblick auf die Investitionen im Tourismusbereich (und den daraus resultierenden Abfällen). Zudem müssen die potenziellen und neuen EU-Mitglieder aus der Balkan-Region in Sachen Umweltwirtschaft gewisse Richtlinien erfüllen. Die Baufirma Porr hat beispielsweise mehrere Projekte in der Region umgesetzt. Man sei der größte private Abfallwirtschafter in Serbien, meinte ein Porr-Mitarbeiter am Rande des Symposiums. Das heißt: Müllabtransport und -recycling. Ein aktuelles Projekt sei der Bau einer Kläranlage in Slowenien.

Zu komplizierte Bürokratie. Auf dem Podium saß neben Schieder auch Nikola Fabris, Chefökonom der montenegrinischen Zentralbank. Er nannte mehrere Gründe, warum die Region für ausländische Investoren attraktiv sei: billige und qualifizierte Arbeitskräfte, makroökonomische und politische Stabilität. Die Investoren müssten aber auch einige „Herausforderungen“ beachten, so Fabris. In Bosnien etwa sei die Bürokratie extrem kompliziert und die Arbeitslosigkeit sehr hoch. In Serbien komme es öfter zu Streiks, und in so gut wie allen Ländern herrscht Geldknappheit.

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