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Posthumer Festakt in Rom für Bischof Luigi Padovese OFMCap
ROM, 15. März 2011 (Die Tagespost.de/ZENIT.org) Ungewöhnlicher Festakt in Rom: Im „Franziskanischen Institut für Spiritualität" der Päpstlichen Universität „Antonianum" gedachten Wissenschaftler im Rahmen der Einweihung eines Lehrstuhls für „Spiritualität und interreligiösen Dialog" kürzlich des 2010 ermordeten Apostolischen Vikars von Anatolien, Bischof Luigi Padovese OFMCap. Als Bischof in der Türkei hatte Padovese insgesamt 24 Symposien in Tharsos, Iskenderun, Antiochia und Ephesos organisiert. Das letzte zum Thema „Das christliche Kilikien und Kappadokien" - hatte anlässlich des Paulus-Jahres im Juni 2010 stattfinden sollen, wurde jedoch aufgrund der Ermordung von Bischof Padovese abgesagt. Nun wurde es in Rom nachgeholt.
Beim Festakt zu Ehren Padoveses wies der Generalminister des Ordens der Minderbrüder, Pater José Rodríguez Carballo OFM, darauf hin, dass die Errichtung dieses Lehrstuhls durch eine gute Fügung 25 Jahre nach der Begegnung Johannes Pauls II. mit Vertretern anderer Religionen in Assisi stattfände. Pater Leonhard Lehmann OFMCap unterstrich den Lobpreis Gottes als wesentliches Element jeder echten religiösen Erfahrung und Grundlage für den Dialog. Die Beiträge des Symposiums präsentierten ein umfassendes Bild der Alten Kirche in Kilikien und Kappadokien, von der Situation der jüdischen Diaspora und der Zeit des Apostels Paulus über das Wirken der drei großen Kappadokier Basilius, Gregor von Nazianz und Gregor von Nyssa bis hin zu den kappadokischen Einflüsse im Westen durch Ambrosius und Augustinus und in die byzantinische Zeit hinein.
Die emeritierte Professorin Maria Grazia Mara von der römischen Universität „La Sapienza" fügte ihrem Vortrag über die Brotbitte des Vaterunser bei Basilius sichtlich bewegt hinzu, dass in eben dieser Bitte das Wirken von Luigi Padovese als Bischof am besten zum Ausdruck kam: „Er arbeitete bis zur Erschöpfung und gab alles, was er verdiente, den Armen - bis zum Letzten." So leuchtete bei aller Wissenschaftlichkeit dieses Symposiums auch immer wieder die menschliche Seite durch, denn alle Beteiligten kannten Bischof Padovese als wissenschaftlichen Kollegen, und vielen war er auch ein persönlicher Freund und Wegbegleiter gewesen.
So auch Kenan Gürsoy, der am Rande des Symposiums zu einem kurzen Gespräch bereit ist. Er ist seit Januar 2010 Botschafter der Türkei beim Heiligen Stuhl und lehrte vorher Philosophie an der Universität „Galatasaray" in Istanbul. Mit Bischof Padovese verband ihn eine persönliche Freundschaft, die in gemeinsamer wissenschaftlicher Arbeit zum Ausdruck kam, aber auch in gegenseitigen Besuchen und in Gesprächen. Er war „ein Freund für den Dialog und den Austausch in der Spiritualität", sagte der Botschafter. Durch das Symposium sei noch einmal deutlich vor Augen geführt worden, dass der Monotheismus in Anatolien bereits vor der Ankunft der Türken und des Islam durch das Christentum vertreten war. Diese Geschichte, diese Spiritualität seien ein Erbe, an dem auch die Muslime Anteil hätten und auf das er persönlich stolz sei. _ Von Claudia Kock
Ein kurzer Ausschnitt >http://vimeo.com/21149828 aus Werner Ertels Film zur Friedensradfahrt vergegenwärtigt Bischof Padovese in seiner ganzen Liebenswürdigkeit und Menschenfreundlichkeit. Wir haben ihn als entgegenkommenden und herzensoffenen Christ erlebt, dessen Sinnen und Trachten seinen Glaubensgeschwistern galt, die sich in einer sehr schweren Situation zu bewähren suchten - aber auch als einen Friedensstifter, dessen Zuwendung und Zuneigung all jenen gehörte, die guten Willens sind. - Requiescat in pace!
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