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buwal ( gelöscht )
Beiträge:

17.03.2011 11:28
Iskenderun: + Bischof Luigi Padovese OFMCap antworten

Posthumer Festakt in Rom für Bischof Luigi Padovese OFMCap

ROM, 15. März 2011 (Die Tagespost.de/ZENIT.org) Ungewöhnlicher Festakt in Rom: Im „Franziskanischen
Institut für Spiritualität" der Päpstlichen Universität „Antonianum" gedachten Wissenschaftler im Rahmen der
Einweihung eines Lehrstuhls für „Spiritualität und interreligiösen Dialog" kürzlich des 2010 ermordeten
Apostolischen Vikars von Anatolien, Bischof Luigi Padovese OFMCap. Als Bischof in der Türkei hatte
Padovese insgesamt 24 Symposien in Tharsos, Iskenderun, Antiochia und Ephesos organisiert. Das letzte zum
Thema „Das christliche Kilikien und Kappadokien" - hatte anlässlich des Paulus-Jahres im Juni 2010
stattfinden sollen, wurde jedoch aufgrund der Ermordung von Bischof Padovese abgesagt. Nun wurde es in
Rom nachgeholt.

Beim Festakt zu Ehren Padoveses wies der Generalminister des Ordens der Minderbrüder, Pater José
Rodríguez Carballo OFM, darauf hin, dass die Errichtung dieses Lehrstuhls durch eine gute Fügung 25 Jahre
nach der Begegnung Johannes Pauls II. mit Vertretern anderer Religionen in Assisi stattfände. Pater Leonhard
Lehmann OFMCap unterstrich den Lobpreis Gottes als wesentliches Element jeder echten religiösen
Erfahrung und Grundlage für den Dialog. Die Beiträge des Symposiums präsentierten ein umfassendes Bild
der Alten Kirche in Kilikien und Kappadokien, von der Situation der jüdischen Diaspora und der Zeit des
Apostels Paulus über das Wirken der drei großen Kappadokier Basilius, Gregor von Nazianz und Gregor von
Nyssa bis hin zu den kappadokischen Einflüsse im Westen durch Ambrosius und Augustinus und in die
byzantinische Zeit hinein.

Die emeritierte Professorin Maria Grazia Mara von der römischen Universität „La Sapienza" fügte ihrem
Vortrag über die Brotbitte des Vaterunser bei Basilius sichtlich bewegt hinzu, dass in eben dieser Bitte das
Wirken von Luigi Padovese als Bischof am besten zum Ausdruck kam: „Er arbeitete bis zur Erschöpfung und
gab alles, was er verdiente, den Armen - bis zum Letzten." So leuchtete bei aller Wissenschaftlichkeit dieses
Symposiums auch immer wieder die menschliche Seite durch, denn alle Beteiligten kannten Bischof Padovese
als wissenschaftlichen Kollegen, und vielen war er auch ein persönlicher Freund und Wegbegleiter gewesen.

So auch Kenan Gürsoy, der am Rande des Symposiums zu einem kurzen Gespräch bereit ist. Er ist seit Januar
2010 Botschafter der Türkei beim Heiligen Stuhl und lehrte vorher Philosophie an der Universität
„Galatasaray" in Istanbul. Mit Bischof Padovese verband ihn eine persönliche Freundschaft, die in
gemeinsamer wissenschaftlicher Arbeit zum Ausdruck kam, aber auch in gegenseitigen Besuchen und in
Gesprächen. Er war „ein Freund für den Dialog und den Austausch in der Spiritualität", sagte der Botschafter.
Durch das Symposium sei noch einmal deutlich vor Augen geführt worden, dass der Monotheismus in
Anatolien bereits vor der Ankunft der Türken und des Islam durch das Christentum vertreten war. Diese
Geschichte, diese Spiritualität seien ein Erbe, an dem auch die Muslime Anteil hätten und auf das er
persönlich stolz sei. _ Von Claudia Kock

Ein kurzer Ausschnitt >http://vimeo.com/21149828 aus Werner Ertels Film zur Friedensradfahrt vergegenwärtigt Bischof Padovese in seiner ganzen Liebenswürdigkeit und Menschenfreundlichkeit. Wir haben ihn als entgegenkommenden und herzensoffenen Christ erlebt, dessen Sinnen und Trachten seinen Glaubensgeschwistern galt, die sich in einer sehr schweren Situation zu bewähren suchten - aber auch als einen Friedensstifter, dessen Zuwendung und Zuneigung all jenen gehörte, die guten Willens sind. - Requiescat in pace!

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