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 Thema: Bosnien-Herzegowina
buwal

05.03.2011 13:37
Ein paar "einfache" Schritte Richtung Versöhnung auf dem Balkan antworten

Toleriere deinen Nächsten. So ist der Artikel von Slavenka Drakulic (kroatische Journalistin und Autorin) überschrieben, der in EUROZINE (Ausgabe vom 28. Februar 2011) mit dem sprechenden Untertitel: Ein paar "einfache" Schritte Richtung Versöhnung auf dem Balkan. - erschienen ist. Die Schriftstellerin betrachtet die Versöhnungs- und Friedenspolitik der Politiker durchaus kritisch aber auch mit wacher Aufmerksamkeit und engagierter Zuwendung für besonders diese politische Dimension der Politik in den ex-jugoslawischen Staaten.
Das klingt dann so: "Als der serbische Präsident Boris Tadic im vergangenen Herbst den kroatischen Staatschef Ivo Josipovic traf, war das Aufsehen groß. Tadic besuchte das Massengrab in Vukovar und bat um Verzeihung für das Massaker, das die Jugoslawische Volksarmee und serbische Paramilitärs im Herbst 1991 angerichtet hatten. Das war das erste Mal, dass ein serbischer Präsident öffentlich sein tiefes Bedauern über dieses Verbrechen äußerte. Gleichsam im Gegenzug fuhr Josipovic, der sich in seinem ersten Amtsjahr als Präsident stärker als jeder seiner Vorgänger für eine Versöhnung engagiert hat, zum Dorf Paulin Dvor, wo kroatische Paramilitärs im Dezember 1991 achtzehn serbische und einen ungarischen Zivilisten getötet hatten." (...) Das waren beeindruckende Gesten, mit denen die Staatsmänner gewissermaßen symbolisch den Teufelskreis der Gewalt durchbrechen wollten. Auch das bosnische Staatspräsidium schloss sich ein paar Tage später an und rief zur Aussöhnung auf. Bakir Izetbegovic, das neueste Mitglied des Präsidiums, entschuldigte sich "für jeden unschuldigen Menschen, der durch die Armee von Bosnien-Herzegowina getötet worden ist".(...) Es ist und bleibt schwer, Politikern vom Balkan uneingeschränkt Glauben zu schenken, selbst wenn sie mit den edelsten Absichten zu handeln scheinen. Doch um in Sachen Versöhnung weiter zu kommen, muss man ihnen Glauben schenken können. Wir müssen damit beginnen, ihre Worte ernst zu nehmen und davon ausgehen, dass sie tatsächlich darauf abzielen, Wahrnehmungen und Haltungen der Nationen zueinander zu ändern.(...)"
Der Beitrag ist auch als PDF (7 Seiten) downloadbar und ohne Frage mit Gewinn zu studieren. _wb

Dateianlage:
2011-02-28-drakulic-de.pdf
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