Auf die Frage nach möglicher Lektüre für die Vorbereitung der Bosnienfahrt darf eine "klassische" Antwort nicht fehlen, nämlich der Roman von Ivo Andric (1892 - 1975) mit dem Titel: "Die Brücke über die Drina". Das Buch ist 1945 in Belgrad erschienen und 1992 erstmals ins Deutsche übersetzt im Carl-Hanser-Verlag. Am 7. März 2011 erscheint nun bei Zsolnay eine Neuausgabe des Buches, für das Andric 1961 den Literatur-Nobelpreis erhielt. In der Rezension dieser Ausgabe im SPIEGEL (4/1960) wurden die Intentionen des Autors und des Werkes so beschrieben: "Der Epiker Andric macht sinnfällig, daß die elfbögige Steinbrücke (über die Drina, Vf.) nach dem Rückzug der Türken aus Ungarn Bindeglied zwischen Morgen- und Abendland war, gefährdet durch Fanatismus und Nationalstolz, aber jahrhundertelang geschützt durch die in Wischegrad praktizierte Völkerverständigung, den unter Mohammedanern, Christen und Juden gewahrten Religionsfrieden. Das auf die Gegenwart gemünzte politische Fazit des vielfigurigen Buches verdeutlicht sich in einem Gespräch auf der Brückenterrasse: Das wahre Leben bestehe nur aus den Windstillen, heißt es, und es sei 'wahnwitzig und vergeblich diese seltenen Windstillen auf der Suche nach einem anderen, festeren und stetigeren Leben zu trüben, das es nicht gibt'". Hier einige Online-Leseproben, Bilder zum Autor und zur eigentlichen Brücke über die Drina bei Vizegrad (BiH), die seit 2007 dem Weltkulturerbe zuzuzählen ist.<