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 Dieters Buch nach der Reise
Dieter Offline



Beiträge: 181

29.01.2010 02:16
WINTERMORGEN im WALDVIERTEL antworten

WINTERMORGEN im WALDVIERTEL

Dunkel ist des Morgens Sicht,
bevor der heut'ge Tag anbricht.
Durch die Dämm'rung Schimmer fällt
auf die lichter werdend Welt.
Schon legt Zwielicht, wie ich ahne,
sich auf den Schnee, der Sahne-
mützen haubt auf Fels und Dach.
Es leuchtet langsam wen'ger schwach.
Aus dem Dunkel heben sich,
zunächst noch wie Gespenster,
Birken, Weiden weiß bereift.
Fällt mein Blick aus Harbachs Fenster,
die Kraft der Eiche mich ergreift.
Fest stammt sie da im Osten,
auf heil'gem Grund hält Posten
und doch -- mit zierlich Zweigen ungezählt,
die Näh' des Himmels find.
Wie gut hat sie den Platz gewählt,
für mich, nun staun' ich wie ein Kind.
Allmählich strahlt das Morgenlicht,
leuchtet durch's Eichgeäst mich an,
ein neuer Tag, der ist in Sicht.
Rosa verdrängt, schon dann und wann,
der Nächte bläulich Schatten.
Der Sonne erster Sonnenstrahl
trifft auf die weißen Matten.
Spiegelt sich's glitzernd ohne Zahl
in Jännerschnees Kristallen.
Bringt uns daher ein doppelt Licht.
Holt nach so allemalen,
was uns genommen ward an Sicht,
durch Wintersonnen sparsam Glanz.
Versteh' ich nun das wirklich richtig?
Was uns genommen, trifft uns g a n z .
Sehen nicht, was wirklich wichtig:
Sind blind für das, was uns im Leben
wird gegeben, wird g e g e b e n.


Harbach,13.01.2010

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