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 Dieter's Tagebuch
Dieter Offline



Beiträge: 181

09.11.2009 10:03
Über SCHREIB-,LACH- und DICHTLUST antworten


Tausch von Ideen

Wenn zwei Knaben jeder einen Apfel haben und tauschen,
dann hat am Ende auch nur jeder einen.
Wenn aber zwei Menschen je einen Gedanken haben und diese tauschen,
dann hat am Ende jeder z w e i Gedanken.

Platon


Ich sitze vor meinem Notebook,das mich die ganze lange Radreise treu begleitet hat und mache mir Gedanken wie es gerade heute um meine Schreiblust bestellt ist.
Nur mühsam(das Bibelwort "im Schweisse deines Angesichts sollst du dir dein Brot verdienen kommt mir in den Sinn) kommt meine Vernunft-,Wort-und Gefühlswelt in Schwung.Und doch - ist einmal der Anfang geschafft,beginnt sich eine Art von Fluss einzustellen,der es ermöglicht das Eigene nach Außen zu tragen,zu Papier zu
bringen.Ich habe auf dieser Reise viele befruchtende Gespräche erleben dürfen,die zu Schreibanstößen geführt haben und sicher noch führen werden.Etwa wenn mir
Werner seine franziskanische Lebensweise nähergebracht hat,von seinen zahlreichen journalistischen Initiativen erzählte;oder davon ,wie er sich einmal im Jahr mit einem Gleichgesinnten zum Schreiben in die Gegend um Assisi zurückzieht.(dazu fällt mir der Satz aus der Bürgschaft ein:und lasst mich sein in eurem Bunde der Dritte).Oder
wenn Joschi seine aus jener wunderbaren Mischung von Tiefgründigkeit und Humor bestehende Gedankenwelt vor mir ausgebreitet hat.Dabei kommt mir ein Bild in den Sinn:
Die einzelnen Religonen wären Bäume.Gewiss :verschiedene Bäume,sowie es Eichen,Buchen,Fichten und Tannen nun einmal sind . Doch sie haben das Wesentliche gemeinsam:Sie haben tiefreichende Wurzeln,sie verherrlichen DEN , DER sie erschaffen hat und sie sind alle BÄUME.Und wir Gläubigen wären die Blätter auf diesen Bäumen. Was hindert uns das wunderbare Rauschen der Blätter am Nachbarbaum wahrzunehmen , wo wir doch alle unsere eigenen Wurzeln haben?
Meiner Erinnerung entnehme ich die Bilder über das reiche Wissen von Heinz (Wolfram),die unendliche Geduld von Heinzi(Kubicka),meinem Zimmerkameraden,wenn ich weit in die Nächte hinein meine Tagesberichte schrieb und damit sicher seine Nachtruhe störte,Martin,der mir die Philosophie Martin Bubers erschloss und last not least Walter mit dem ich die Begeisterung für die Sprache und die Dichtkunst teile.Mit einem Lächeln im Herzen denke ich an unsere Blödeleien im Zugabteil von Nis nach
Sofia.Eine mächtige Grenzbeamtin , sich ihrer Mächtigkeit und Wichtigkeit voll bewusst , inspirierte uns zu Versen und Wortspielereien,die uns in gegenseitige,
ungeahnte Höhen trieben.Eine Zeitllang fuhren wir bei den folgenden Etappen nebeneinander her und meinten nur mehr in Versen denken zu können.Leider habe ich
unsere Versprodukte nicht festgehalten,so dass sie wieder in Vergessenheit geraten sind.Aber der Austausch mit dem sprachgewaltigen Walter war eine wunderbare Erfahrung , an die ich mich immer wieder gerne erinnere.
Wie sehr habe ich doch Platons Logik auch auf unserer Radreise beglückend und bereichernd empfunden !


Dieter

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