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 Dieter's Tagebuch
Dieter Offline



Beiträge: 181

27.10.2009 10:21
N A C H ( G E ) L E S E ( N E S) FRIEDENSBOTSCHAFTER MUSIK antworten

Wo die Sprache aufhört
fängt die Musik an.

E.T.A. Hoffmann


Was Macht und Einfluß der Musik sein kann ist an zahlreichen Beispielen leicht erkennbar : ein Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker etwa bei dem sich rund eine
Milliarde Menschen über dem ganzen Erdball zu gemeinsamen Hören findet, Konzerte verschiedenster Musikrichtungen, die ganze Stadien füllen , Millionen,Milliarden
verkaufter Tonträger.Was Sprache nicht vermag,Musik kann es:da ist keine Übersetzung notwendig,da gibt es keine sprachlichen Missverständnisse ,keine babylonische
Sprachverwirrung. Viele Emotionen,Gedanken menschlichen Seins stoßen in der sprachlichen Wiedergabe sehr bald an ihre Grenzen,doch wie sehr treffend finden wir sie
wieder in einem Meer von Klängen.Wir, das sind Juden , Christen , Moslems , Buddhisten , Atheisten ; das sind Asiaten,Afrikaner,Europäer,Amerikaner,Australier;das sind Arme ,Reiche, Frauen ,Männer,Junge und Alte .
Es gibt großartige Beispiele für den Einsatz von Musik als Friedensbotschafter : das palästinensisch-israelische Orchester beispielsweise , in dem Musiker beider
Volksgruppen gemeinsam konzertieren .
Und so will ich auch unsere Bemühungen , Musik zur Verdeutlichung unserer Friedensinitiative einzusetzen vor meinem geistigen "Auge" oder sollte ich besser sagen,vor meinem geistigen "Ohr" Revue passieren lassen.Es beginnt bei unseren täglichen Morgenandachten,die wir nie ohne einige gemeinsam gesungene Lieder
abschlossen.Dieses Versammeln im Singhalbkreis war nicht nur das gemeinsam Zusammenstehen, sondern auch ein sich Sammeln für die Herausforderungen des vor
uns liegenden Tages.Jedenfalls , so habe ich es erlebt , eine unglaubliche Kraftquelle.
Einige Lieder haben uns die ganze Route lang begleitet.Da ist zunächst das Bild vor mir in Osijek vor der modernen Kirche ein gesungenes Dankeschön für unsere Gastgeber,der klingende Abschiedsgruß im morgensonnigen Klostergarten der Franziskaner in Novisad,unser Auftritt in der Synagoge von Belgrad,unser Zuhören in der
orthodoxen Osternacht bei den Prachtgesängen der Popen, unser musikalischer Morgengruß in der kleinen katholischen Kirche von Aleksinac,das musikalische Zwiegespräch mit dem Popen in der Klosterkapelle von Zlatna Livada, einer der besonders feierlichen Anlässe:unser Friedenssingen bei Bartolomaios,dem Patriarchen
von Konstantinopel.Am gleichen Tag noch sangen wir unseren Friedensgruß in der so streng bewachten Synagoge dieser geschichtsträchtigen türkischen Stadt.
Die sonnendurchflutete Kirche von Iskenderun,in das Licht aufsteigender Weihrauch ,die Athmosphäre,in der wir die Messe von Bischof Luigi Padovese , diesen herzlich-charmanten,humorvollen Italiener im katholischen Niemandsland singend mitgestalten durften.
Die Erinnerung an Antiochia wäre unvollständig ohne die gemeinsamen mit Barbara Kallasch und ihrem Team geübten Lieder, besonders auch die Stunde in ihrem
Andachtsraum.Mit der Kraft der Musik hat es Barbara geschafft,einen 100 Mitglieder umfassenden Chor aus Juden,Christen und Moslems ins Leben zu rufen.
Was aber brachte mich auf die Idee ein Kapitel über die Rolle der Musik auf unserer Friedensfahrt zu schreiben? Etwa ab diesem Abschnitt unserer Reiseroute ,wenn ich mich recht erinnere,machte ich,machten wir Bekanntschaft mit der Komposition eines unserer Mitradler.Diesem Einem möchte ich hier ein kleines Denkmal setzen.Scheinbar ist strukturieren seine Lebensaufgabe,ohne ihn wäre vieles im Chaos gelandet, seine Initiativen haben den ungeordneten Radlerhaufen immer
wieder klare Richtlinien gegeben.Struktur im praktischen Leben,Struktur in seiner Komposition: Martin Ranftler.Bärenhafte Gestalt gepaart mit sehr viel Sanftmut, Opfer-und Hilfsbereitschaft , mit großem Einfühlungsvermögen und Gefühlstiefe ,die sein kompositorisches Schaffen wohl auch erst ermöglichten.Seine Vision war und wurde auch sehr bald zu unserer,seine Komposition in der Geburtskirche von Bethlehem zu singen.Etliche Radlertage vor Jerusalem begannen wir das
Lied einzustudieren.Hier verband sich unser geistig-reales Ziel Jerusalem mit unserem musikalischen Endpunkt.Der Auftritt in Bethlehem wurde für uns zu einem sehr berührenden,herzbewegenden Erlebnis . Martins Lied beendete auch unsere musikalische Reise ,aber es klingt in mir noch lange,auch jetzt noch beim Schreiben nach
und wird mich und wohl auch so manchen Anderen immer wieder einholen.Mit Martins Einverständnis werde ich Text und Noten diesem Kapitel anschließen.
Hier zeigt sich sehr deutlich, was Musik vermag und wo Sprache im Sinne E.T.A. Hoffmanns besser schweigt.

Dieter

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