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Regeln für´s Leben
Nicht der Mensch, der am wenigsten Fehler begeht, ist der heiligste, sondern der , welcher mehr Mut, mehr Großherzigkeit und mehr Liebe besitzt.
Es gibt nichts Gewöhnlicheres als Lebensregeln und nichts Selteneres als ein geregeltes Leben.
Johann Baptist Jordan
Für die Statistik:147,2km,reine Fahrzeit 6h40 min, durchschnittliche Geschwindigkeit 22,1km/h, 571 Höhenmeter
Heute wegen der Hitze Frühstart,aber durch diverse Fotos doch verzögert.Wir werden von unserer Begleitkontrolle sicher aus dieser Riesenstadt hinausmanövriert.Nach Damaskus zunächst wüstenähnliche Landschaft.Damaskus verdankt seine rd 5000 Jahre ständige Besiedlung dem Umstand,dass es sich auf einer riesigen Oase befindet.Rundherum nur Wüste.Ein günstiger Wind treibt uns rasch voran.Bald haben wir etwa die Hälfte des geplanten Tagespensums(120km) abgespult.Wir müssen für eine Pause auf unsere Vorräte im Bus zurückgreifen.Kein Lokal weit und breit.Nicht einmal die Tankstellen bieten Verpflegung und Sitzgelegenheiten.Allmählich wird die Landschaft wieder fruchtbarer.Hellrostbraune und hellolivgrüne Töne mischen sich zu einer malerischen Farbkombination.Darüber der bleierne,blassblaue Himmel eines sehr heissen Frühlingstages(36°).Doch dann die Veränderung zu einem,auf Vulkanböden entstandenen sehr ertragreichen Gemüse-und Getreideanbaugebiet.Tiefrostbraune Böden,verschiedenste Grüntöne von hell bis ganz dunkel,dazwischen Getreidegelb.Dann und wann Schafherden.Fast 90km und noch immer keine mögliche Raststation. Wir biegen von der Autobahn ab und finden im Grenzstädtchen Daraa ein passables Restaurant.Brathühner rotieren am Spieß,eingelegtes Gemüse,Farafel,kühle Getränke waren doch keine Fata Morgana,sondern wie unsere Mägen bald vermerkten wohltuende Realität.Ein sehr lieber Radfreund hatte einen kleinen Schwächeanfall,der aber sehr rasch wieder behoben war,kein Wunder bei 36° und leerem Magen.Heute war auch wieder der Tag der Raddefekte,die wir in der Essenspause reparieren konnten. Vor der Grenze hat ein fotografierender Teil unsere Truppe leider den Anschluss verloren.Es dauerte etwa eine halbe Stunde bis sie wieder zu uns stießen.An der syrischen Grenze gab es eine angenehme Überraschung.Wir wurden in einen kühlklimatisierten, mit dem übergroßen Konterfei des verstorbenen und des gegenwärtigen Präsidenten versehenen Raum gebracht,Kaffee wurde geboten.Wir versanken dort in bequemsten Sitzgelegenheiten bis unsere Passangelegenheiten erledigt waren.Dann wurden wir von Begleitkontrolle und Offizieren herzlich verabschiedet.Jordanien-ein neues Land-neue Eindrücke.Zwar auch nicht unkomplizierte, aber problemlose Grenzformalitäten ließen sehr rasch den Eindruck entstehen,der sich in der Folge bestätigen sollte,daß wir in ein wesentlich freieres Land eingereist sind.Ursprünglich hatten wir geplant, gleich nach der Grenze in Ar Ramtha zu übernachten.Leider fanden wir hier kein Hotel.So wendeten wir uns westwärts.Dabei wird mir ein Bild unvergesslich bleiben:Eine große Schaf und Ziegenherde ,rötlichen Sandstaub aufwirbelnd gegen die untergehende Abendsonne ziehend.Heinzi hat das Bild verewigt.In Irbid, rd 20km später,fanden wir ein nettes Hotel,das auf Grund der Nähe zur Universität auch von vielen jungen Menschen als Lokaltreffpunkt genutzt wird.Vor dem Schlafengehen denke ich noch länger darüber nach,dass das Wissen von Weisheiten und Lebensregeln allein noch kein glückliches Leben garantiert.
Dieter
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