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 Dieter's Tagebuch
Dieter Offline



Beiträge: 181

16.05.2009 07:50
33.Reisetag(15.5.2009):Von Homs nach.......Damaskus antworten

Vertrauen

Wer wenig Vertrauen hat,erhält wenig,
wer viel Vertrauen hat,erhält viel,
wer grenzenloses Vertrauen hat,
wird von Gott grenzenlos beschenkt.

P. Petrus Pavlicek OFMcap


Für die Statistik:164km,reine Fahrzeit 7h43min,Durchschnittsgeschwindigkeit 21,26 km/h,1220 Höhenmeter


Wir starteten etwas früher als gewöhnlich(7h 40)und haben nach der gestrigen Diskussion beschlossen,als nächsten Zielort Malula (ca 120km) anzusteuern.Von dort wären
es dann nur die 65km nach Damaskus für den 16.5.als "Morgensport".Bald nach der Stadtausfahrt,wurde die Entfernung nach Damaskus auf einem Schild mit 160km
angegeben.Wir sind bei unseren Diskussionen immer von 185km ausgegangen.Da dachte ich bei mir,160km haben wir schon ein paar Mal an einem Tag geschafft.Wie sich nun herausstellte,war über die Autobahn,die einen breiten Streifen für Radfahrer,Fuhrwerke,etc vorsieht,die Strecke eben entsprechend kürzer.Ich war nicht der Einzige,der so dachte,doch schoben wir die Entscheidung,ob wir auf Sehenswürdigkeiten,die auf der Nebenstrassenroute zu finden waren,verzichten und gleich
den direkten Weg nach Damaskus nehmen sollten,so lang wie möglich hinaus.Wir kamen dank günstiger Windverhältnisse trotz eines ständigen Anstiegs,der uns auf eine
Höhe von rd 1400m führte, flott voran.Auch hat sich die Kondition aller Radfreunde erstaunlich gebessert.Unsere syrische Begleitkontrolle,die wieder einmal einen Personal-
wechsel durchführte,erleichterte uns die Entscheidung.Die neu auftretenden Beamten des Tourismusministeriums waren sehr vehement gegen die Nebenstrassenroute.
Wahrscheinlich fürchteten sie eine zu lange Arbeitszeit.Nach rund 80km machten wir Mittagspause.Da wir schon um13h30 wieder aufbrachen,gab es nun kein Halten mehr.Das Vertrauen, es auch bei ungünstiger werdenden Bedingungen zu schaffen,hatten alle:Auf nach Damaskus!!War das Land in der Ebene nach Homs schon immer karger geworden,so wurde es je höher wir kamen,vollends zu einer Steinwüste.Ab etwa An Nabk wieder eine völlige Wandlung des Terrains.Sandwüste umgeben von
kahlen rötlichbraunen Bergen.Dazwischen Lehmhütten.Regen, der nicht bis zum Boden fiel,aber angenehme Temperaturen brachte.Wolken,rötlichbraun wie der Sand,wohl
mit Sand angereichert.Für mich erstes Mal Wüste,ich konnte mich nicht sattsehen.Doch Hans A.und Joschi, mit denen ich jetzt losradelte ließen mir wenig Zeit zum Schauen.Nur mehr wenig Anstiege,Rückenwind,angenehme Temperatur,schließlich lange Talfahrt und das Zauberwort Damaskus ließen uns die restliche Strecke fliegen.
Von der Mittagsrast bis zur Stadtgrenze benötigten wir 2h30.Die Anderen kamen auch bald nach.Eine wirklich tolle Truppe.Wir sind im St.Pauls Memorial einquartiert,einer
katholischen Einrichtung.Morgen ist Ruhetag,d.h. wir haben die Verzögerung wegen der Syrienvisa wieder voll aufgeholt und können den morgigen Tag voll dieser geheimnisumwitterten Stadt widmen.Ein Bubentraum geht in Erfüllung.Bevor ich aber ins Land der Träume entgleite,fällt mir das Wort Pavliceks ein und ich spüre,daß
wir uns dem grenzenlosen Vertrauen ein wenig genähert haben,wo uns Gott an diesem Tag doch so unendlich reich beschenkt hat.


Dieter

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