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 Dieter's Tagebuch
Dieter Offline



Beiträge: 181

15.05.2009 18:07
32.Reisetag(14.5.2009):Von Maarrat Anoman nach Homs antworten

Standfestigkeit und Flexibilität

Wie standhaft sind wir beim Durchsetzen unserer Wünsche und Vorstellungen,
da käme es auf Flexibilität an.
Wie flexibel sind wir, wenn es um den Glauben,die Liebe und die Hoffnung geht,
da käme es auf Standfestigkeit an.


Dieter


Für die Statistik:113 km,reine Fahrzeit 5h13min,durchschnittliche Geschwindigkeit 21,5 km/h,661 Höhenmeter


Schon in der Früh 30° im Schatten.Zunächst geht es ständig leicht bergab,dazu noch leichter Rückenwind ein optimaler Start.Weizenfelder,Gemüseanbau,aber auch
Schafherden auf Wiesenflächen.Beim Übertriit in einen neuen Verwaltungsbezirk wechseln auch die "Betreuungspersonen",die vom Tourismusministerium uns zur Verfügung gestellt werden.Wir werden nahezu hautnah eskortiert.Andererseits auch praktisch,das Hotel wird für uns organisiert.Wir fahren durch fruchtbares Tiefland,gelegentlich durch kleine Anstiege unterbrochen.Dann radelten wir zur 2Drittelrast nach Hama.Die Innenstadt ist jedenfalls sehenswert.Über einen Fluß
werden mehrere riesige ,manche von ihnen mit etwa 15m Durchmessser ,schmale Mühlräder angetrieben,die ihrerseits das Wasser auf ein Aquädukt hinaufschaufeln,
das die Wasserverteilung der Stadt besorgte.Mittlerweile ist dies wohl Historie,doch ist alles noch funktionsfähig.Ein wunderschöner Anblick:die riesigen knarrenden
Holzräder,die nach mehreren Seiten laufenden doppelreihigen Aquäduktbögen,ein beachtliches Mauerwerk,dazu die Flußkanäle.Darum herum schmiegt sich die Altstadt mit Moschee bergan.Dort fanden wir auch ein Restaurant,mit herrlichen Blick auf die Wasserspiele mit ebensolchen typisch arabischen und daher sehr variantenreichem
Essen.Danach kam die schon am Morgen begonnene Diskussion ins Finale,ob die begleitende Betreuung zum Aufholen der noch fehlenden 65km auf unsere Marschtabelle für eben diese Distanz entsprechende Transportmittel zur Verfügung stellen soll,damit wir in Damaskus den geplanten vollen Ruhetag genießen könnten,oder wie andere vorschlugen ,wer es will, an einem Tag 180km mit sehr zeitigem Start auf sich nimmt.Für mich wäre es keine Fahnenfrage gewesen einmal ein
kurzes Stück mit einem Bus zu fahren.Aber gerade jene ,die bei Anstiegen immer wieder zurückblieben,waren interessanterweise besonders von dem Wunsch beseelt nur
ja keinen Meter ohne Rad hinter sich zu bringen.Und zwar mit einer Standfestigkeit ,die mich überraschte.Prinzip ist Prinzip.Schließlich fand sich zur Erleichterung aller
eine dritte Variante:die 65km am Damaskusruhetag zu radeln,allerdings schon mit einem Start un 6hfrüh,sodass wir gegen 9uhr in Damaskus ankommen, um noch möglichst viel vom Ruhetag und dieser geheimnisvollen Stadt zu haben.Nach Hama bekamen wir vorerst kräftigen Gegenwind zu spüren,der in einem ebensolchen Regen
überging.Wir retteten uns in eine Möbelhalle.Diese hatte auch eine fauteuilbestückte Schuhverkaufsabteilung,in die uns der Chef des Hauses zu Kaffee einlud.Nach den
steinewerfenden Jungen vom gestrigen Tag,die andere Seite der Syrer.Nicht wenige von ihnen wollten uns zu sich nach Hause einladen. als der Guss vorüber war,setzten
wir die Fahrt fort.Elfriede hatte leider schon wieder einen "Patschen"(der Wievielte?)Ernstl "rettete" sie.Nach einer längeren Stadtfahrt(trotz Eskorte) gelangten wir schließlich zum Hotel.Vor dem Schlafengehen habe ich nochmals über die Vehemenz nachgedacht,mit der wir oft unsere Wünsche durchsetzen wollen.Wie schön wäre es,wenn wir mit der gleichen Vehemenz den Glauben,die Liebe und die Hoffnung verfolgen würden.


Dieter

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