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 Dieter's Tagebuch
Dieter Offline



Beiträge: 181

12.05.2009 22:38
30.Reisetag:(12.5.2009):Der Tag der Visabeschaffung--außerplanmäßiger "Ruhetag".Mit dem Bus von Antakya nach Gaziantep und zurüc antworten

Der lange Weg zur Überzeugung

Gesagt bedeutet noch nicht gehört.
Gehört ist noch nicht verstanden.
Verstanden bedeutet noch nicht richtig verstanden.
Richtig verstanden ist noch nicht einverstanden.
Einverstanden meint noch nicht behalten.
Behalten bedeutet noch lange nicht angewendet.
Angewandt ist noch lange nicht richtig angewandt.
Richtig angewendet ist noch lange nicht beibehalten
und Verhaltensänderung.


Nach Konrad Lorenz


Wir starteten mit einiger Zuversicht fast pünktlich mit einem türkischen Reisebus.Neben dem Chauffeur und dessen Sohn fuhr auch ein in Visaangelegenheiten
erfahrener ,zweisprachiger Reiseveranstaltungsmann mit.Wir genossen die wunderschöne Landschaft,die sich uns heute im Flachen neben traumhaften
Grünschattierungen in ,je nach Fortschritt der Mohnblüte,rotpunktierten Grünfeldern oder in zusammenhängend flammenden Rotfeldern,die das Grün verdrängt
hatten,zeigte.Weinstöcke,Obstkulturen,fast schon reifes Getreide,mitunter ein paar Kühe sorglos am Straßenrand neben rasenden Autos grasend,vereinzelt ein Pferd
im Wiesengrund,scheinbar frei auf sich gestellt,diesmal mehr Ziegen als Schafe sind wesentliche an uns vorüberziehende Impressionen.Zur Linken begleitet uns eine
Bergkette bis zur Stadt unserer Visawünsche.Ankunft,wir scharen uns vor dem Tor des syrischen Konsulats.Kein Einlass. Banges Warten.Werner ,unserem Gruppenprimus wird Einlass gewährt.Wir Anderen folgen einem "Visaprofi" zu seinem Laden.Er macht Fotos von uns,gibt uns Antragsformulare,die wir in Wien schon einmal ausgefüllt haben,erteilt Hilfe beim neuerlichen Ausfüllen.Endlich haben alle ausgefüllte Formulare und Fotos.Wir eilen zurück zum nahen Konsulat.Von Werner
keine Spur.Immerhin ist er im Gebäude.Wir sind zunächst echte Zaungäste,denn wir halten uns tatsächlich vor dem Zaun des Konsulats auf.Neuerlich banges Warten.
Wird es klappen oder endet hier unsere Radreise?Ein Beamter erscheint am Tor:"Who speaks English?" Heinzi K.meldet sich und folgt dem Beamten ins Gebäude.Offensichtlich kommt nun alles in Schwung,denn Heinz erscheint bald mit einer Zahlungsvorschreibung in der Hand."594 Euro",meldet er triumphierend,so als
hätte er-David gerade Goliath-die Bürokratie besiegt.Nun ging es wirklich Schlag auf Schlag.Wir wurden alle ins Konsulatsgebäude gebeten und sehr freundlich empfangen.
Wir versanken in bequemen Fauteuils und Sofas.Es wurde Tee serviert.Für die Kaffeeliebhaber gab es syrischen Kaffee,im Unterschied zum türkischen wird dieser mit Kardamon zubereitet.Dann kam der Konsul,begrüßte jeden mit Handschlag.In seiner Ansprache war trotz der Spannung,die der nun schon ewig scheinende Konflikt
zwischen Syrien und Israel erzeugt, ein starker Wunsch nach Frieden spürbar.Er begrüßte unsere Initiative und sagte uns seine Unterstützung zu.Im Nu hatten wir ,von einer seiner Mitarbeiterinnen ausgefolgt,unser heißbegehrtes,langersehntes Visum in unseren Pässen.Ein großes Aufatmen ging durch die Runde.Wir haben nun die Chance unsere Friedensradfahrt zu vollenden.An dieser Stelle möchte ich ganz besonders(in der Reihenfolge ihres Einsatzes)Hans ,seines Zeichens Bürgermeister und Landtagsabgeordneter und Maria Hintner("meine Mödlinger"),unserem Außenminister Dr.Spindelegger(Bezirk Mödling),Mag.Mauritz für ihre prompte Hilfe danken.Vielen
Dank auch den syrischen Behörden,die unsere Friedensinitiative nun so sehr begrüßen und an alle,die im Hintergrund mitgewirkt haben.Ein spätes,aber gutes Mittagessen mit kleinem Stadtrundgang(Festung) bildete den Abschluss diese aufregenden Tages.Die Heimfahrt nutzten Einige für ein erholsames Schläfchen,denn
Morgen beginnt das Abenteuer Syrien mit einem Tag Verspätung ,das sicher auch anstrengende Etappen bereithält. Der Verhaltensforscher Konrad Lorenz zeigt uns
nur zu deutlich,nicht nur wie schwierig j e d e Verhaltensänderung jedes Einzelnen ist,sondern welche Blockaden in unserer Kommunikation lauern.Auf die Weltgemeinschaft und den Weltfrieden übertragen ein schier unlösbar scheinendes Unterfangen.Und dennoch die Friedenssehnsucht der Menschen,auf die wir bei unserer Radtour immer wieder stoßen ,ist die eigentliche Hoffnung ,die Lorenzschen Verhaltensmuster zu überwinden.


Dieter







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