Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 0 Antworten
und wurde 773 mal aufgerufen
 Dieter's Tagebuch
Dieter Offline



Beiträge: 181

10.05.2009 22:38
28.Reisetag(10.5.2009):Von Yakacik nach Antakya(Antiochia) antworten

Solidarität

Solidarität gibt es,
wenn deine Sorge und meine Sorge
unsere Last werden,
wenn deine Träne und meine Träne
unser Weinen werden,
wenn dein Einsatz und mein Einsatz
unser Kampf werden,
wenn deine Hoffnung und meine Hoffnung
unser Traum werden.

Text von Frauen aus Peru


Für die Statistik:89,43km,reine Fahrzeit 4h36min,durchschnittliche Geschwindigkeit 19,11km/h,977 Höhenmeter


Auch heute wieder prachtvolles Mittelmeerwetter.Wir radeln die rd.20km nach Iskenderun immer dem Meer entlang,zur linken Berge,teilweise militärisches Sperrgebiet.
Werner filmt unsere Radkarawane.Prompt bleibt ein Auto stehen,dem ein Militarist entspringt.Werner muss ihm zeigen,was er gefilmt hat,dann darf auch er weiter.Nach
kurzem Suchen finden wir die bischöfliche Residenz.Für 10h30 sind wir zu Kaffee und Kuchen eingeladen.Eine riesige Saeco im Durchgang produziert köstlichen Kaffee.
Kein Wunder,denn der Bischof ist Italiener.Wir sitzen alle gemeinsam mit unserem Gastgeber unter einer riesigen,herrlich blühenden Bourgonville.Er spricht über seine
Erfahrungen hier als Bischof.Seine Diözese ist etwa 5x so groß wie Österreich mit etwa 25mio Einwohnern.Insgesamt leben etwa 100.000 Christen aller Konfessionen
hier.8 Priester betreuen dieses riesige Gebiet.Einen Priester,auch Italiener,haben Nationalisten ermordet.Es wurde ein Institut für den Dialog zwischen den Religionen
gegründet,das nach dem ermordeten Priester benannt wiurde.Der Bischof sprach fließend deutsch,er hatte in Deutschland studiert, war als Kind in St.Veit an der
Glan und hat diesen bestimmten Charme,wie er für Italiener typisch ist.Er hat mich sehr beeindruckt.Zu beneiden ist er jedenfalls um seine Aufgabe nicht.Anschließend
gab es noch eine gemeinsame Messe,die wir teilweise mitgestalten durften.Eine kurze Verabschiedung,dann begann der Anstieg nach Belen rd 700 m.Nach einer kurzen
Rast schossen wir ins Tal,Geschwindigkeiten bis zu 65km/h wurden erreicht,nicht ganz ungefährlich,da ein böiger Seitenwind uns ebenso wie Sprünge im Straßenbelag
zu schaffen machten.Wir kamen aber alle heil und wohlbehalten hinunter.
Schaf-,Ziegen-,Kuhherden waren von Zeit zu Zeit zu sehen.Oleander,Ginster,Orangenbäume und Zypressen deuteten den südlichen Mittelmeercharakter an.In den Bergen
dominierten die Nadelhölzer,vor allen Föhren.Ein junger Mann schnitt sich aus dem Ginster einen wunderbaren gelben Strauß wohl für seine Mutter zurecht,denn auch in der Türkei ist heute Muttertag.Nach der Messe wurden auch in der Bischofskirche an die Mütter kleine Aufmerksamkeiten verteilt.Auch der Sonntag gilt hier als Ruhetag.(Atatürk)In Antakya haben wir mit dem Haus der Begegnung mitten in der Altstadt ein reizvolles Refugium gefundenHeute ist mir besonders aufgefallen,wie im zunehmenden Maße,die gegenseitige Unterstützung in der Gruppe wächst.Wir nähern uns immer mehr der Solidarität,
wie sie die peruanischen Frauen erträumen.Mit diesem beruhigenden Gedanken wird mir das Einschlafen nicht schwer fallen.


Dieter

 Sprung  
Xobor Erstelle ein eigenes Forum mit Xobor