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 Dieter's Tagebuch
Dieter Offline



Beiträge: 181

07.05.2009 21:38
25.Reisetag:Von Eregli nach Pozanti antworten

Die Macht des Lachens

Es gibt kein französisches,englisches,
italienisches ,.deutsches oder russisches Lachen.
Das Lachen gehört dem Menschen ohne jeden Unterschied
und jedes Mal,wenn ein Mensch lacht,fügt er
seinem Leben ein paar Tage hinzu.

Marcel Marceau

Das Beste,was wir auf dieser Welt tun können,ist
Gutes tun,fröhlich sein und die Spatzen pfeifen lassen.

Don Bosco


für die Statistik:93,83km,reine Fahrzeit 4h22min,Durchschnittsgeschwindigkeit 21,48 km,493 Höhenmeter

Wir starteten bei eher bewölkten,aber halbwegs warmen Wetter.Das Gelände wurde hügeliger,langsam rückten auch Berge heran.Lehmhütten mit Strohdächern,die uns schon gestern eine Weile begleitet hatten,wurden auch heute neben schmucken Flachdachziegelhäusern von Zeit zu Zeit sichtbar.Äcker, Wiesen und Weideland von Schafherden genutzt prägten zunächst das Landschaftsbild. Bei unserer 1.Drittelrast haben wir einer öst.Tageszeitung mit meinem PC Fotos von unserer Friedensradfahrt
übermittelt.Da dies länger dauerte als angenommen,blieben Walter und ich beim Computer zurück,um später nachzufahren;die Anderen nahmen nun die einzige nennenswerte Steigung in Angriff.Auch wir beide folgten bei noch angenehmen Temperaturen,wenn auch die Regenwolken wieder zunahmen.Was sich nach Bewältigung unseres Anstiegs unseren Blicken bot ,wurde mit jedem zusätzlichen Meter,zu einem immer grandioseren Naturschauspiel.Zunächst waren die Grasberge,die sich uns einige Tage nur ausnahmsweise zeigten,wieder einer an den anderen gereiht sehr nahe gekommen.Auch ein prächtiger"schlafender Elefant" war wieder darunter.Dann erhoben sich bizarre,dolomitenähnliche Gebirgsformationen in den wolkenverhangenen Himmel und über allem thronten die teilweise mit Schnee bedeckten Berge des 'Taurus.Die Berge sammelten sich so um uns her,als wären sie für uns zum Empfang abkommandiert worden.Ein löwenähnlicher,im Vergleich zu den anderen nicht allzu
hoher Berg tat sich dabei besonders hervor.Junge Obstkulturen, Birken und Pappeln ergänzten in der Talsohle ,was auf den Bergen an Baumbestand zumeist fehlte.
Als Walter und ich schon mit einem baldigen Ende einer angenehm kurzen Etappe rechneten,begann es kräftig zu regnen.Wir konnten uns gerade noch in ein verlassen
und etwas verfallen wirkendes Restaurant flüchten.Bei einem Kaffee wärmten wir uns auf.Da es aber weiterhin schüttete,beschlossen wir hier etwas zum Essen zu bestellen.Wir waren die einzigen Gäste.Dann die große Überraschung.Die Mama und Köchin dieses Familienbetriebes zeigte ihr ganzes Können.Wir bekamen die zartesten Lammkottelets,die ich je in meinem Leben gegessen habe,jeder etwa 10 Stück,dazu selbst eingelegte Gurken und Zwiebel vom Feinsten,frischen Salat,das
obligate Fladenbrot,gebratene Paradeiser und ebensolche Pfefferoni.So gestärkt,nutzten wir eine Regenpause,um die letzten 20 Kilometer hinter uns zu bringen.Leider
ein fataler Irrtum,denn kurz nach unserem Start begann es erneut zu schütten.Wir fuhren ,so schnell es die bergabführende,regennasse Strasse zuließ,hatten aber keine
Chance der triefenden Nässe zu entkommen.Das galt im besonderen für mich,da meine Goretexregensachen meilenweit im Begleitfahrzeug entfernt ihre Trockenheit bedauerten.Mittlerweile erhielten wir von Ernst den Hinweis,wie unser Hotel diesmal hieß und wo es zu finden sei.Plötzlich glaubten wir bereits zu weit gefahren zu sein.
Zudem hielt Walter an ,weil er mit seiner Radbrille überhaupt nichts mehr sah.So standen wir auf einmal wie zwei begossene Pudel,frierend und zähneklappernd ,des genauen Zieles noch ungewiss am Rand der Straße und mussten...... lachen ,lauthals und herzlich lachen über unsere besch... Situation,die bei aller Unbill einer durchaus filmreifen Klamaukszene entsprach. Ich glaube,ich habe damit begonnen und Walter stimmte postwendend ein.Es war so herrlich befreiend,die eigenen Probleme von der
komischen Seite zu betrachten.Kurz darauf war unser Radbrillenblick auch wieder klarer und wir fanden im Nu unser Hotel.Bei einem Blick zurück auf diesem Tag fallen
mir noch die Störche ein,die wir in unglaublich großer Zahl auf einem riesigen Nassfeld bewundern konnten.Die Hochs und Tiefs dieses Tages noch einmal überdenkend
fielen mir die Sätze von Marcel Marceau und von Don Bosco ein.Demnach hatte unser Lachanfall sehr wohl seine spirituelle Berechtigung.


Dieter


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