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 Dieter's Tagebuch
Dieter Offline



Beiträge: 181

05.05.2009 23:49
23.Reisetag:Ruhetag in Konya antworten

Auf Gottes Wegen heißt die Währung Mut und Glaube,
und entsprechend deinem Mut und Glauben wird
dir die Wahrheit offenbar werden.


Rumi


Wir begannen nach dem Frühstück im Hotel mit einem Rundgang durch den Basar.Heinz hatte seine wahre Freude an den herrlichen Fotomotiven,die sich ihm hier
boten.Ernst,Hans und ich begleiteten ihn.Für mich war es ein Eintauchen in eine andere Welt.Was uns durch die Unternehmenskonzentration doch alles verloren
gegangen ist,begreift man hier im Augenblick.Diese Vielfalt an Klein-und Kleinstgewerbetreibenden,an Klein-und Kleinsthändlern kann von einem Großbetrieb moderner
Prägung oder einem noch so riesigen Supersupermarkt nicht ersetzt werden.Die jeweiligen Waren-und Dienstleistungsangebote sind zwar schmal,aber weit tiefer
d.h. jeder Händler beschränkt sich auf eine bestimmte Warengruppe,aber von der hat er alle nur erdenklichen Varianten.Der menschliche und psychosoziale Aspekt
erscheint mir aber noch viel wichtiger.Einer Vielzahl von Selbständigen,die ihren eigenen Kleinbetrieb hegen und pflegen und daraus ein nicht unbeträchtliches Selbst-
bewußtsein beziehen(wie z.B.hier in Konya),steht ein Heer von Angestellten in einem Großbetrieb oder Supermarkt gegenüber(wie z.B.bei uns),die sich täglich von
einem oder mehreren ,mehr oder weniger geeigneten Vorgesetzten ihre Aufgaben zuteilen lassen müssen,was wohl nicht selten zu einem sinnentleerten Arbeitsdasein
führt.Man muß einmal die Begeisterung und die Freude gesehen haben,die hier im Arbeitsumfeld noch zu finden ist.Dazu kommt,dass diese mehr-oder weniger
geeigneten Vorgesetzten ihrerseits häufig von Aktionären beherrscht werden,die ihrerseits keinerlei Beziehung zum Unternehmen haben,was letztlich in der Weltwirtschaftskrise endete.Mag sein, dass es ein wenig nach Sozialromantik klingt,aber ein Schritt zurück kann manchmal ein Schritt nach vorne sein.Diese und ähnliche
Gedanken gingen mir durch den Kopf als mir die unterschiedlichen Wirtschaftsstrukturen so klar vor Augen geführt wurden.Schließlich fanden wir eine Bäckerei,die uns
von woher auch immer den gewünschten türkischen Kaffee organisierte.Wir saßen im selben Raum,in dem auch der Backofen stand und konnten zusehen wie unser
bestelltes Brot nicht nur gebacken,sondern uns auch backfrisch serviert wurde.Faszinierend wie das Netzwerk der Betriebe untereinander funktioniert.Dann ließen Heinz
und Ernst es sich nicht nehmen,zum Friseur zu gehen.Rasur mit dem Messer und Haarschneiden wird hier meist gemeinsam erledigt.Die Ohrhaare werden abgebrannt!
Schmerzlos wie ich mir sagen ließ.Dann stand plötzlich einer der Mitarbeiter des Teppichhändlers da.Er fragte ,was wir gerne essen wollten und empfahl uns ein unseren
Wünschen entsprechendes Restaurant.Ein ausgezeichnetes Mittagessen zu dem auch ein Großteil der anderen Radler eintraf war die Folge.Am Nachmittag machte ich mit den versprochenen Fotos. Ich hoffe ,dass ich in Kürze welche schicken kann.Dann gab es eine spannende Radlerzusammenkunft,bei der Walter vorschlug,dass jeder
so weit er es möchte,seine persönlichen Empfindungen und Erwartungen zum Thema unserer Friedensfahrt darlegte.Es waren vielfach zu Herzen gehende Wortmeldungen.Für mich stand der Mut zum Vertrauen auf die Wirklichkeit Gottes im Vordergrund,zu dem ich meine Radfreunde ermuntern wollte.Womit ich, ohne es zu
wissen,annähernd dem Zitat Rumis,des persischen Mystikers,der in Konya gewirkt hat,entsprochen habe.

Dieter .


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