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 Dieter's Tagebuch
Dieter Offline



Beiträge: 181

04.05.2009 23:41
22.Reisetag(4.5.2009):von Ilgin nach Konya. antworten

Gott liebt die Kinder

Wo die Kinder eines Volkes
nicht mehr lachen,
nicht mehr spielen und singen,
da hat das Land seinen Frühling verloren.

Kardinal Michael Faulhaber


Für die Statistik:96,85 km,reine Fahrzeit 4h55min,durchschnittliche Geschwindigkeit 19,67km/h,516Höhenmeter

Zwischenbilanz nach 22.Reisetagen:2200 km,14511 Höhenmeter,reine Fahrzeit 113h 51min


Die Sonnenstunden der letzten Tage veranlassten Heinz und mich ,uns erstmals die Beine mit Sonnencreme ordentlich zu bestreichen.Die erste Enttäuschung-wir starteten bei bewölktem Himmel.Dennoch waren wir guter Dinge.Heute standen bloß(!) rd 90 km ohne sonderliche Berge am Programm.Wir radelten durch Weideland,wenige Äcker,im Süden begleiteten uns einige Grasberge.Zur ersten Rast fuhren wir in das Zentrum von Kadinhani.Die Besonderheit der türkischen
Ortstafeln ist,dass neben der Ortsbezeichnung auch die Einwohnerzahl(Nüfus) angegeben wird.So konnten wir abschätzen,dass der Ort nicht allzu groß und wir
relativ rasch wieder auf die Hauptstraße zurückfinden würden.Ein urig,typisch türkisches "Beisl",bevölkert von teils älteren,teils jüngeren Männern wurde zu einer
sehr gemütlichen Labstelle.Berge von ringförmigem,knusprigem ,aber auch anderes weiches Gebäck neben dem üblichen schwarzen Tee(Cay),der stets in den
gleichen Gläsern serviert wird, sorgten für unser Wohl.Beim Aufbruch waren dutzende türkische Kinder von der gegenüberliegenden Schule zum Zaun gelaufen.Wir
nahmen Kontakt mit ihnen auf.Das war ein Lachen,Rufen ,eine unbekümmerte Lebensfreude,eine ansteckende kindliche Begeisterung,die mich noch lange danach
gefangen nahm ,als wir diesen Ort schon lange hinter uns gelassen hatten.Wir waren kaum in die Hauptstrasse eingebogen als es zu regnen begann.Dieser Regen
ließ uns die 50km bis Konya nicht mehr los.Die morgendliche Sonnencremeprozedur--- eine glatte Fehlplanung.Nach 20kmRegenfahrt,Wasser von oben,Wasser von
unten,wenn wir den Lacken nicht mehr ausweichen konnten,Wasser von der Seite durch wildgewordene Autofahrer,retteten wir uns in ein Fischrestaurant,wie treffend
bei dem vielen Wasser.Glücklicherweise gab es nicht nur Fisch.Mittagessen und aufwärmen konnten wir gut mit allfälligem Kleidungswechsel verbinden.Dann setzten
wir die Regenfahrt fort.Konya,eine knappe Million Einwohner,Universitätsstadt,Paulus und Barnabas besuchten es zweimal auf Missionsreisen.Hier wirkte auch im
13.Jhdt.der persische Mystiker und Dichter Jalal od-Din Rumi,einer der bedeutendsten Vertreter des Sufismus(islamische Mystik),dessen Anhänger als Sufi oder
Derwisch bezeichnet werden.Anlässlich des 800.Geburtstags Rumis hat die Unesco das Jahr 2007 zum internationalen Gedenkjahr erklärt.Nach einiger Mühe
fanden wir unser Hotel.Eine warme Dusche und trockene Kleidung ließ uns rasch unsere Regenfahrt vergessen.Wir wandten uns voll Neugier dieser interessanten
Stadt zu.Bei der Suche nach einem Restaurant haben wir viele sehenswerte Gässchen durchstreift,die Heinz morgen einer Fotosafari widmen wird.Das Abendessen
sollte noch recht kostspieleg werden,denn der Kellner machte uns auf ein Teppichgeschäft aufmerksam,dessen Zauber wir kaum wiederstehen konnten und letztlich durch den Kauf von Kelims erlagen.Bevor ich zu Bett gehe,kommt mir das Zitat Faulhabers in den Sinn, ich erinnere mich an die vielen lachenden,rufenden,lebensfrohen,begeisterten Kinder von Kadinhani und denke: Türkei-glückliches Land ,denn du hast deinen Frühling nicht verloren.


Dieter

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