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 Dieter's Tagebuch
Dieter Offline



Beiträge: 181

02.05.2009 00:23
19.Reisetag(1.5.2009)Von Yenisehir(226m) nach Eskisehir(815m) antworten

Alles schmeckt nach Gott

Gott,ich will eine innere Einsamkeit suchen,
wo und bei wem ich auch sei.
Ich will lernen,die Dinge zu durchbrechen
und dich, mein Gott,dann ergreifen.
Denn du leuchtest aus allen Dingen
und sie schmecken mir nach Gott
und dein Bild wird in allem sichtbar.


Nach Meister Eckhart


Für die Statistik:Variante 1(die große Gruppe):125,1Km,reine Fahrzeit 8h20min,Durchschnittsgeschwindigkeit 14,6km/h,1850 Höhenmeter,maximale Höhe 1075m
Variante2(Heinzis "Stoßtrupp"):129,9Km,reine Fahrzeit 7h58min,Durchschnittsgeschwindigkeit16,29km/h,1914Höhenmeter

Wieder Morgensonne.Improvisiertes Frühstück bei Bar(Tee)und Bäckerladen(Oliven-und Käsegebäck) am Hauptplatz.Wunderschöne flache erste Kilometer durch
fruchtbares Acker-und Weideland.(Ziegen),freilich nicht mit der Gartenbaukultur Niceas vergleichbar.Dann der Anstieg auf eine ca 650m hoch gelegenes Plateau.
Von hier hatten wir eine weitreichende Sicht auf ein vielschichtiges Hügelland.Kaum Autos,zeitweilig war nur das Surren der Räder und vielfältiges Vogelgezwitscher
zu vernehmen.Langsam begann sich in das ocker bis dunkelbraune Ackerland,in dem auch Obstkulturen keine Seltenheit waren ,die eine oder andere Föhre und Eichen zu mischen.Dann wurde es weiß vor unseren Augen- Marmorsteinbrüche mit riesigen Marmorblöcken wurden sichtbar.In Bilecik gab es eine kurze Teepause.Eine Baustelle nach Bilecik sorgte für große Verwirrung,zumal wir von Einheimischen eindringlich gewarnt wurden, über die Baustelle hinweg den ursprünglich geplanten Weg fortzusetzen.Ein Teil der Radler befand sich aber schon auf dieser Strecke und wollte nicht mehr zurückfahren(Variante 2:Stoßtrupp).Die größere Gruppe wich der Baustelle aus und wählte die Straße nach Sögüt.Ein weiterer Anstieg auf etwa 1000m führte uns in eine veränderte Landschaft .Eichen und Föhren taten sich zu ganzen
Wäldern zusammen,bloß ab und zu unterbrochen durch Weideland und tiefgrünen Wiesen,auf denen Schafe und nun auch Kühe grasten.Kuhglocken und almähnlicher
Boden erinnerten an zu Hause.Der Lohn des "Gipfelsturms"war ein Regenbogen,wie ich ihn in seiner dreifachen Form noch nie erlebt habe.Schließlich rollten wir nach
Sögüt zu einem gediegenen und sehr preisgünstigen(10 Lire=5 Euro)Mittagessen.Nach Sögüt begann die Tour der "Leiden".Nicht nur einsetzender Regen und ein Anstieg in etlichen Serpentinen
machte uns zu schaffen,sondern auch die durch eine Umleitung bedingte, fast ununterbrochene Lkw-und Buskolonne in beiden Richtungen auf einer schmalen Straße,auf
der gerade mal 2LKWs aneinander vorbeikamen.Da kann man sich ausrechnen,wieviel Platz da noch für uns Radler blieb.Wir waren wohl alle sehr froh,als wir dieses kritische Stück ohne Zwischenfälle hinter uns gebracht haben und bedauerten die wunderschöne Gegend ,durch wir hier radelten,dadurch nicht wirklich ungestört genießen
zu können.Auch hier weidende Kuh- und Schafherden.Oben angelangt bot sich uns ein prächtiger Ausblick auf Berge,die ihre Kalkstöcke in der wieder aufkommenden Sonne hell und in verschiedensten Farben leuchten ließen.In ihrer Form erinnerten sie mich an "unsere" Hohe Wand und damit an Luki, meinen Schwiegersohn,der seit kurzem dort als Hüttenwirt seine Gäste verwöhnt.Von Luki und meiner Tochter Tanja ist der Gedankensprung nicht weit zu ihrer Tochter Alma,meinem ältesten Enkel-
kind,das heute seinen 18.Geburtstag feiert und dem ich auf diesem Weg ein dickes Geburtstagbussi schicke.Sollte unter meinen Lesern noch jemand Geburtstag feiern,
gratuliere ich dazu sehr herzlich.Zurück nach Anatolien, begann nun eine herrliche Abfahrt,auch der LKW Verkehr hatte abgenommen.Am Zielort suchten wir längere
Zeit nach der Sporthalle,die ,schließlich gefunden,für heute unser Nachtquartier ist.Wenn ich vor dem Zubettgehen an den heutigen Vormittag denke,Stille und Natur,nur ein bißchen Vogelgezwitscher,da fielen mir die Worte des großen Mystikers Meister Eckhart zu.Kann nicht gerade die Stille in der Natur diese Art von innerer Einsamkeit,
fördern ,und den intensiven Wunsch, ja die Sehnsucht auslösen,durch die "Dinge" der Natur hindurch den Schöpfer all dessen greifbar haben zu wollen?

Dieter

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