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 Dieter's Tagebuch
Dieter Offline



Beiträge: 181

25.04.2009 22:29
13.Reisetag(25.42009): Von Plovdiv nach Zlatna Livada antworten

Gedanken am Morgen

Lieber Gott,bis jetzt habe ich heute über niemanden getratscht
und mich sehr gut aufgeführt.Ich war zu keinem Menschen gemein.
Ich war nicht egoistisch und habe nichts falsch gemacht.
Ich habe nicht gestritten.Da bin ich wirklich froh.
Aber in ein paar Minuten brauche ich wirklich deine Hilfe.
Denn dann stehe ich auf und mache Frühstück.


Für die Statistik:75km,358Höhenmeter,3h56min reine Fahrzeit.

Bei Morgenfrische,aber bei weiten nicht bei jenen Temperaturen ,unter denen wir gestern gelitten hatten,verließen wir Plovdiv.Eine kurze und auch flache "Rolleretappe"
stand uns bevor.Die Berge,die uns zu Beginn am Horizont noch begleiteten,wichen nun vollends zurück.Fruchtbare,schwarze Erde,Weinbau,mitunter Obstkulturen
wechselten mit riesigen Rapsfeldern,Wiesenlandschaften,Schafherden und Birkenhainen ab.Unsere erste Pause verbrachten wir bei einer ÖMVTankstelle,die österreichische Kaffeequalität garantierte.In der Nähe dieser Tankstelle waren umfangreiche Bauarbeiten zu beobachten(Autobahn, Eisenbahn). Unsere Mittagsrast
hielten wir in Chehan.Gegen Ende der Strecke begann das Land hügelig zu werden.Werner,Sepp und einige andere lieferten sich ein Wettrennen mit dem Pferdegespann
eines Roma.Sie gewannen knapp,wohl auch deshalb,weil das arme Pferd zu viele Gegner hatte.Eine schmale Straße führte uns schließlich zum Kloster.Dieses wurde
bereits ca.350n.Ch von Athanasius gegründet und gilt zurecht als eine der ältesten christlichen Gründungen.Das Kloster ist von einer eher nicht sehr hohen Felsenlandschaft umgeben.Die umliegenden Gewässer werden von Fröschen bevölkert,die eine willkommene Nahrung für die immer wieder auftauchenden Störche sind.Wir wurden sehr freundlich empfangen.Uns Männern wurde
ein Schlafsaal für 13 Personen zugewiesen.Unsere Damen hatten auf Grund ihrer geringen Anzahl zweifellos einen Qualitätsvorteil.Ordensfrau Lydia allerdings teilte
unsere Radlerdamen gleich zur Vorbereitung für unser frühes Abendessen ein.Im Anschluß daran erfolgte der spirituelle Höhepunkt. In der Klosterkapelle nahmen wir an
einer kurzen orthodoxen Messe teil.Anschließend durften wir einige Lieder singen.Zum Abschluss bildeten wir mit unseren orthodoxen Glaubensbrüdern
einen Kreis,nahmen einander bei den Händen und sangen gemeinsam das Vater Unser.Das war ein sehr berührender Augenblick ,der uns wohl alle sehr bewegte.
In der geheizten Klosterstube wärmten wir uns bei einem kaltem Abendessen gegen die einsetzende Abendkälte auf.
Leider ist mir der Verfasser unseres heutigen Spruches unbekannt.Er zeigt mit ungewöhnlicher Klarheit auf,welche Spannung zwischen unserem Alltagsleben und
den "heren"Zielen,die wir verfolgen,besteht.
Die versprochenen Fotos werde ich nachreichen sobald es die Zeit erlaubt.


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