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 Dieter's Tagebuch
Dieter Offline



Beiträge: 181

22.04.2009 06:14
Der 9.Tag(21.4.2009).Von Kragujevac über Umwege nach Aleksinac antworten

Schönheit der Schöpfung

Die Menschen sind zur Schönheit aufgerufen:
Der Geist -- Schönheit zu denken;
Die Augen -- Schönheit zu sehen;
Die Ohren -- Schönheit zu hören;
Die Zunge -- Schönheit zu künden;
Die Hände -- Schönheit zu formen;
Das Herz -- Schönheit in die Welt zu tragen.

Aus Schöpfungsgesang derTaos--Indianer


Für die Statistik:151km,reine Fahrzeit 7h21min,948 Höhenmeter,durchschnittliche Geschwindigkeit mehr als 20km/h

Wir brachen bei herrlichen Frühlingswetter auf.Leichter Morgendunst lag über dem Tal,das wir flussaufwärts befuhren.Wir hatten uns für eine Route über die Berge
entschieden und sollten dies nicht bereuen.Die Landschaft,die sich für uns zwischen Kragujevac und Jagodina auftat war vom Schönsten,was wir bisher auf unserer
Radreise zu sehen bekamen.Kaum Verkehr,ein abwechslungsreiches Hügelland,das aber auch Blicke in weite Fernen zuließ,sattgrüne großflächiche Löwenzahnwiesen
säumten unseren Weg,größere Berge im Hintergrund,blühende Apfelbäume,soweit das Auge reicht,Kirschenbäume stellen sich dem wohl recht rauen Klima,ja sogar
mancher Pfirsichbaum versucht hier sein Glück.Das alles in voller Frühlingsblüte.Mitunter auch angelegte Obstkulturen.Dann und wann Schafherden,seltener Ziegen,
ab und zu ein Esel.Auch Pferdefuhrwerken kann man hier noch begegnen.Holzgeflochtene Zäune,Krüppelwalmdächer wie sie auch im Waldviertel zu finden sind.Dieser
Streckenteil sollte den berühmten grünen Streifen auf der Straßenkarte bekommen.Hier konnte man die Schönheit der Schöpfung ,wie sie die Taosindianer besingen
gut nachvollziehen.Doch leider sollte es heute auch noch anders kommen.Zunächst hatten wir noch eine sehr angenehme Kaffeepause in Jagodina,später auch eine
ebensolche Mittagspause in Cicevac.Doch dann versäumten wir eine kleine Seitenstraße nach Varvarin.Aus den geplanten 106km wurden nach einem entsprechenden
Umweg 151km.Doch damit nicht genug ,begann es kräftig auf den letzten 50 km zu regnen.Müde,hungrig und durchnässt kamen wir im katholischen Heim an.Hier
erwarteten uns heiße Duschen und ein prompt schon vorbereitetes Nachtmahl in Form von köstlichen Spaghetti,frischem Salat,und alkoholfreien Getränken.
Danach hat uns der Priester der Pfarre seine schwierige Arbeit dargelegt.Viele Caritasprogramme sollen helfen Spannungen zwischen der katholischen Minderheit
und der übrigen Bevöllkerung abbauen ,wie z.b.gemeinsame Schulungen,Berufsausbildungen,Betreuung für Alleinerzieher.Auch dem Flüchtlingsproblem hat sich diese
Pfarre voll angenommen.
Die Unbill dieses Tages werde ich schnell vergessen,wenn ich mich der Schönheit der Schöpfung erinnere ,der wir heute in besonderem Maße begegnet sind und mit
den Taosindianern lernen,Schönheit in die Welt zu tragen.


Dieter

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