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 Dieter's Tagebuch
Dieter Offline



Beiträge: 181

19.04.2009 23:18
6.Tag:Von Novi Sad nach Belgrad antworten

Der Nächste ist nicht der,den ich mag.
Er ist ein jeder,der mir nahe kommt-
-ohne Ausnahme.

Edith Stein


Für die Statistik:104,1Km(davon rd 3 Such km im Stadtgebiet,reine Fahrzeit 6,03 h inkl.Herbergssuche,575 Höhenmeter,
Durchschnittsgeschwindigkeit 17,1km/h inkl. Herbergssuche


Ein herrlicher ,sonnendurchfluteter,warmlüftiger Morgen -das totale Kontrastprogramm zum gestrigen Nachmittag- weckte neben einem üppigen Frühstück
unsere Lebensgeister.Nach einer Bankomatsuche,um Dinars zu tanken, fuhren wir über die Donaubrücke,rechts von uns die Burg(unsere Fotografen hatten
Hochbetrieb),ebenso eine Brückenruine,ein trauriger Rest aus vergangenen Kriegstagen.Nun ging es an die erste echte"Bergwertung" unserer Radtour.(ca 300
Höhenmeter)Eine Folge der gestrigen Diskusssion war,dass ein Spitzen -und ein Schlußmann bestimmt wurde und die Gruppe möglichst beisammen bleiben
sollte.Joschi und ich übernahmen die Aufgaben als Schlusslicht des "Pulks".Radler ,die aus welchen Gründen immer zurückblieben wieder an das "Feld" heranzuführen.
Es viel mir anfangs gar nicht leicht auf meine" Bergbegeisterung" zu verzichten und den Berg so schnell wie möglich zu "bezwingen".Reste des typischen Konkurrenz-
denkens aus beruflichen Vorleben waren noch immer nicht ganz getilgt.Doch dann sah ich,dass es auch sehr schön sein kann ,verhalten einen Berg hinaufzufahren und dabei andere Mitradler zu unterstützen.Am Ende der Steigung war eine kurze Pause geplant,(auch eine Folge unserer Vortagsdiskussion)bei der wir darüber abstimmten,
ob wir den längeren Donauradweg oder den kürzeren,aber wesentlich verkehrsreicheren Weg nach Belgrad nehmen sollten.Der kürzere Weg hat den Kürzeren gezogen,
d.h.wir befuhren den Donauradweg.Obwohl wir dabei die Donau nur selten zu Gesicht bekamen,bereuten wir unseren Entschluss nicht.Wir kamen durch einsam schöne
Landschaften,ein Blütenmeer begleitete uns.Dann wieder eine weitgestreckte Tafellandschaft,die eher an unser Waldviertel erinnerte.Getrübt wurde das Ganze nur
durch nicht wenig überfahrene Tiere.Tote Hunde,Katzen und Igel waren leider keine Seltenheit.Schließlich entdeckten wir ein einladendes Getränkelokal für eine kleine
Zwischenrast.Die letzten Kilometer nach Belgrad waren sehr ansprechend.Eine Parklandschaft entlang der Donau,die die Belgrader am hiesigen orthodoxen Ostersamstag
für allerlei Vergnügungen nutzten.Dann der großartige Blick auf Belgrad am Zusammenfluss zwischen Save und Donau,die hier durch mehrere Brücken überspannt wird.Am gegenüberliegenden Ufer ragen der Kuppelbau zum heiligen Sava,sowie ein weiterer Kirchturm aus dem Häusermeer heraus.Nun begann eine längere Irrfahrt
bis unser Quartier gefunden war.Erleichtert gaben wir uns dem Duschen und einer Flasche Bier hin.Ein großer Glücksfall war Pete`s Bekannte Jelena,die uns am Abend
in ein typisches serbisches Restaurant mit Musik führte.Die ganze Lokalitätenstraße erinnerte ein wenig an unseren Spittelberg mit entsprechendem slawischen Kolorit.
Anschließend gingen einige von uns zur Ostermette nach serbisch-orthodoxen Ritus.Die prachtvollen Gesänge der orthodoxen Geistlichkeit,sowie die Ausführungen
Jelenas zu den Friedensbemühungen ihrer Organisation begleiteten uns bis ins Bett.Heute,zu Beginn des Tages fiel mir auf ,das ich mit einigen Wenigen aus unserer
Gruppe seit Beginn der Reise noch kaum ein Wort gesprochen habe,sondern meist die mir gleich auf Anhieb sympathisch gewesenen Leute für Gespräche bevorzugte.
Da kam mir das Wort von Edith Stein in den Sinn und siehe da,welche Bereicherung als ich mich diesen eher schweigsameren Mitradlern bewußt zuwandte.


Dieter

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